Erinnerung mit Zukunftsperspektive

22.10.2015 • 17:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Wien. (jal) Als Rudolf IV 1365 die Universität Wien gegründet hat, konnte niemand voraussehen, welche Entwicklung diese Institution nehmen würde, und überdies, welche gesellschaftliche Bedeutung sie erlangen wird. Im Jahr des 650 Jubiläums, das unter dem Motto „Wir stellen die Fragen. Seit 1365“ stattfindet, nimmt die Universität Wien sowohl auf die Entwicklung der Wissenschaft, als auch der Institution Universität an sich, Bezug. Gleichzeitig spielt der Blick in die Zukunft eine wichtige Rolle bei den Jubiläumsveranstaltungen. Bemerkenswert ist überdies, dass viele Projekte und Kooperationen, wie beispielsweise mit Raiffeisen Niederösterreich und dem ORF, aufgrund des guten Anklangs und der positiven Resonanz, auch weiterhin bestehen bleiben werden.

Fragen der Zukunft

So etwa Projekte im Botanischen Garten in Wien. Die Raritätenbörse lockte teilweise über 30.000 Besucher an und das geplante „Life Science Camp“ soll auch ein wetterunabhängiges Eintauchen in die Vielfalt des Botanischen Gartens, mit seinen über 11.500 Pflanzenarten, bieten. Antworten auf die Fragen der Zukunft, wird das ursprünglich beim Campusfestival eingerichtete „Future Lab“ auch weiterhin online geben. Wissenschaftlicher aller Disziplinen setzen sich dort mit den Fragen und Antworten auf Probleme der Zukunft auseinander. Wie kann die angewandte Mathematik helfen Fragen der Medizin und Biologie zu beantworten? Angesichts der großen Datenmengen, die bei neuesten Diagnosemethoden anfallen, müssen Wege gefunden werden um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. „Damit wir uns auch noch im hohen Alter voll auf unsere Augen und Ohren verlassen können“, erklärt Dr. Martin Ehrler von der Fakultät für Mathematik.

Wissenschaft und Unterhaltung

Neben den unzähligen Veranstaltungen des Jubiläumsjahres, die noch im laufenden Wintersemester fortgeführt werden, gab es einige herauszuhebende Highlights. Die im Prunksaal der Nationalbibliothek Ausgestellte Schau zu den Anfängen der „Alma Mater Rudolphina Vindobonensis“ zeigte, wie verschieden und manchmal doch ähnlich das Studentenleben im Mittelalter, im Vergleich zum heutigen, war. Beim im Juni gefeierten Campusfestival konnten über 30.000 Besucher ein abwechslungsreiches Programm aus Wissenschaft, Unterhaltung und Kultur genießen. Neben all dem wurde aber nicht auf die problematischen Kapitel der Universitätsgeschichte vergessen. Mit der Ausstellung „Bedrohte Intelligenz“ beleuchtete man das dunkle Kapitel des Nationalsozialismus und mit den „Radical Busts“ und dem Sprechchor „Frauen Aus/Schluss“ nahm man Bezug auf die Tatsache, dass Frauen erst seit 1897 zum Studium zugelassen sind.

Die positive Bilanz des Jubiläumsjahres ergibt sich insbesondere auch aus der medialen Präsenz der Universität und dem Sichtbarwerden im im Stadtbild Wiens. Gerade die Beflaggung der zahlreichen Universitätsstandorte in Wien verdeutliche die enorme Präsenz und Bedeutung dieser Institution.