Jazzmusik als internationale Sprache

23.10.2015 • 17:11 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bonaccorso, der ein hervorragendes internationales Renommee hat, versteht es, die italienische Art des Jazz zu verkörpern.  Foto: Mogavero
Bonaccorso, der ein hervorragendes internationales Renommee hat, versteht es, die italienische Art des Jazz zu verkörpern. Foto: Mogavero

Mit Körper, Geist und Seele verkörpert Rosario Bonaccorso die italienische Jazzmusik.

Bregenz. (jal) Es ist allseits bekannt, dass Musik die Kraft besitzt, Menschen gedanklich in völlig andere Welten zu entführen. Gerade also, wenn bei uns die Temperaturen sinken und die Tage kürzer werden, kann uns die italienische Jazzmusik Wärme geben. „Wir haben eine spezielle Art zu spielen, sehr enthusiastisch und immer darauf aus, mit dem Publikum zu kommunizieren“, gibt Bonaccorso, einer der bekanntesten italienischen Jazzmusiker überhaupt, zu verstehen. Diese italienische Art des Spielens und eine harmonische Kombination aus höchster Konzentration und dem ehrlichen Ausdruck der eigenen Persönlichkeit gibt Rosario Bonaccorso am Kontrabass gemeinsam mit Max Ionata (Saxophon), Dado Moroni (Piano) und Nicola Angelucci (Drums) in zwei Konzerten im Magazin4 zum Besten.

Jazz als vorwiegend von Afroamerikanern um die Jahrhundertwende hervorgebrachte Musikrichtung hat längst nicht nur an Internationalität gewonnen, sondern auch eine starke Durchmischung mit anderen Musikstilen erfahren.

Direkte Art des Spielens

Besonders faszinierend für Bonaccorso, der als der gefragteste Kontrabassist Italiens gilt, ist die Tatsache, dass sich spezifische Eigenheiten von Jazz Musikern aus aller Welt erhalten haben. So wie sich die italienische Art Jazz zu spielen eben durch Wärme und Enthusiasmus auszeichne, kennzeichne sich deutsche Jazzmusik durch eine sehr direkte Art des Spielens. Während New Yorker Jazz geradezu nervös klinge, zeichne sich Jazz aus Los Angeles durch eine große Entspanntheit aus. Für das Erkennen solch feiner Nuancen braucht es selbstverständlich eine langjährige Erfahrung und tiefgehende Auseinandersetzung mit der Musik.

Zentrales Element im Jazz sei die Improvisation, die auch bei den Konzerten in Bregenz nicht zu kurz kommen werde. Ausgehend von einer Melodie, die verändert und adaptiert wird, sei man stets auf der Suche nach einer Verbesserung. „Es ist als würden wir zusammenkommen und gemeinsam ein Bild malen. Das Einzige, was vorgegeben ist, sind Pinsel und Farben.“ Insbesondere werde man auch auf Vorarlberg und Bregenz Bezug nehmen und versuchen, die gewonnenen Eindrücke in der Musik zu verarbeiten. 

„Amerika Amerika“

Vor den Konzerten wird jeweils das Stück „Amerika Amerika – Der Ozeanpianist“ nach dem Drama von Alexandro Bariccos „Novecento, die Legende vom Ozeanpianisten“ unter der Regie von Renate Bauer zu sehen sein. Das Publikum wird in die 20er-Jahre des vorigen Jahrhunderts entführt und dabei mit aktuellen Themen konfrontiert: Die Emigration, die innere Emigration und die Heimatlosigkeit des modernen Menschen.

Rosario Bonaccorso Quartet „The Italian Art of Jazz“. 25. und 26. Oktober, 20 Uhr Magazin4 Bregenz. „Amerika Amerika – Der Ozeanpianist“ 24. Oktober, 20 Uhr, 25. und 26. Oktober 17 Uhr.