Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Das Gute an den Bösen im Bond

Kultur / 26.10.2015 • 22:20 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Der Auftritt war großartig, das Ende kläglich, geschadet hat es Klaus Maria Brandauer aber nicht, dass Österreichs Spitzenschauspieler harpuniert am Meeresgrund endete – in einem Agententhriller. „Sag niemals nie“ hieß der Streifen, in dem Sean Connery zum letzten Mal als Doppelnullagent auftrat. „Wir werden viel Spaß haben und dabei viel Geld verdienen“, soll der Schotte dem Österreicher als Motivationshilfe übermittelt haben, die Rolle des Gegenspielers in einem Bond-Streifen anzunehmen. Die Handlung des in den frühen 1980er-Jahren gedrehten Films ist nicht weiter aufregend, Brandauer verlieh ihr aber einiges an psychologischem Tiefgang. 

 

Später sind die 007-Storys dann etwas härter geworden. Warum die Weltrettungstour von Daniel Craig vor ein paar Jahren auch über die Bregenzer Seebühne führte, wird zwar auch bei mehrmaliger Auseinandersetzung mit der Folge „Ein Quantum Trost“, nicht klar, ein Spaß war es aber schon, als die Dreharbeiten dazu in Bregenz und Feldkirch stattfanden. Ähnlich dürfte es kürzlich in Tirol und in der Steiermark zugegangen sein, obwohl etwa Obertilliach, der Ort, der nun ein paar Mal ins Bild rückt, reichlich abgelegen ist. Aber wir halten ja nicht Ausschau nach heimischen Gipfeln, sondern nach Christoph
Waltz. Der Schauspieler, der aus einer Wiener Theaterfamilie stammt, dort das Reinhardt-Seminar besuchte und nun in der Tat die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, ist – im Gegensatz zu Brandauer – sozusagen Thriller-erprobt. Die  Abgründigkeit eines Hans Landa, die ihm für „Inglourious Basterds“ einen Oscar eingebracht hat, schimmert in Franz Oberhauser in „Spectre“ durch. Das ist aber auch kein schlechtes Zeichen.

christa.dietrich@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-225