Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Klassiker vertragen Action

Kultur / 03.11.2015 • 20:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Shakespeare ist vor allem dann in den Schlagzeilen, wenn wieder einmal eine neue Verfilmung in die Kinos kommt. Wer Schlachtszenen nicht viel abgewinnen kann, der halte sich bei der Konfrontation mit „Macbeth“ in der Regie von Justin Kurzel an Michael Fassbender und Marion Cotillard. Aber wem sagt man das.

Wobei, in Erinnerung an den vergangenen Theatersommer jener „Macbeth“, der von Thomas A. Welte am Muttersberg über Bludenz realisiert wurde, durchaus positiv nachwirkt.

 

Die Produktionen sind zwar nicht miteinander vergleichbar, aber erfreut hört man gerade von einem Shakespeare-Erfolg, den ein Vorarlberger Team in Deutschland für sich in Anspruch nehmen kann. Philipp Preuss und Ramallah Aubrecht – in der deutschsprachigen Theaterszene längst ein unübersehbarer Faktor – haben in Leipzig den „Sommernachtstraum“ umgesetzt. Mit viel Video, Action und unter Mitwirkung von Musikern des renommierten Gewandhausorchesters. Mit Daniela Keckeis spielt jene Vorarlbergerin die Hermia, die einst auszog, um nach dem Studium am Reinhardt-Seminar die Karriere zu starten. Das Stück steht in Leipzig noch auf dem Spielplan.

Sozusagen ums Eck, also nicht so weit entfernt, ist Preuss im nächsten Jahr wieder zu begegnen. Das Residenztheater in München holte den Bregenzer für die deutsche Erstaufführung von Handkes neuem Stück „Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte der Landstraße“ im März. Schon der Auftrag ist eine Auszeichnung.

christa.dietrich@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-225