Dem „herrlichen Kitsch“ gefrönt

09.11.2015 • 17:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ernst Fuchs vor einem Motiv der „Fuchskapelle“ in Klagenfurt. Foto: APA
Ernst Fuchs vor einem Motiv der „Fuchskapelle“ in Klagenfurt. Foto: APA

Ernst Fuchs, Meister des Phantastischen Realismus, ist 85-jährig gestorben.

Wien. Der Maler hat sich über den engen Kreis der Kunstkenner hinaus im Gedächtnis der Öffentlichkeit verankert.

Ernst Fuchs, geboren am 13. Februar 1930 als Sohn eines jüdischen Altwarenhändlers und einer katholischen Näherin, entwickelte sich zum echten Frühstarter. Bereits mit 15 Jahren nahm er sein Studium an der Akademie der bildenden Künste auf und schuf alsbald malerische Traumlandschaften, deren religiöse und mythologische Symbolik sich aus den Altmeistern und dem Jugendstil speiste. Folgerichtig gründete Fuchs 1948 mit Anton Lehmden, Arik Brauer, Wolfgang Hutter sowie Rudolf Hausner die Wiener Schule des Phantastischen Realismus. 

„Verschollener Stil“

1966 sollte er in seiner programmatischen Schrift „Architectura Caelestis. Die Bilder des verschollenen Stils“ formulieren, das Ziel sei „all der herrliche Kitsch, den die Maschinenpuritaner verboten haben“. Im Jahre 1950 verließ Fuchs Österreich jedoch für zwölf Jahre und übersiedelte nach Paris, wo er mit Malerfürsten wie Salvador Dali, Giorgio de Chirico oder Jean Cocteau in Kontakt kam. Später zog er sich für Monate ins Kloster Dormitio bei Jerusalem zurück. Dort begann er seine monumentale „Abendmahl“-Darstellung. Auch die Apokalypse-Kapelle in der Stadtpfarrkirche St. Aegyd in Klagenfurt sollte Fuchs 20 Jahre beschäftigen.

Zugleich kam der Erfolg, der etwa über 100 Einzelausstellungen mit sich brachte. Allerdings begann sich ab den 1970ern Fuchs’ Wirkungskreis auf Innenarchitektur, Design sowie Bühnenarbeiten zu erweitern. 1972 kaufte er eine von Otto Wagner entworfene Villa in Wien-Hütteldorf, die er restaurierte und umgestaltete. Seit 1988 dient diese als Privatmuseum.

Auch Fuchs’ Leben gestaltete sich farbenfroh. So zeugte der Künstler in mehreren Beziehungen 16 Kinder, von denen 15 am Leben sind.