Fiskus greift nicht nach Kunsttickets

09.11.2015 • 17:55 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Festspiele und Kulturhäuser Betriebsgesellschaft sind von der Mehrwertsteuererhöhung ausgenommen.

Bregenz. (VN-cd) Die Bregenzer Festspiele dürfen nach jahrelangen Verhandlungen im Jahr 2016 mit einer leichten Subventionsanpassung des Bundes rechnen, die auch eine Erhöhung der Beiträge des Landes Vorarlberg und der Stadt Bregenz nach sich zieht. Über mehrere Monate stand allerdings die Tatsache im Raum, dass sich der Bund die Anpassung über die von zehn auf dreizehn Prozent erhöhte Mehrwertsteuer auf die Eintrittskarten zurückholt. Auf Basis des Besucherstandes der letzten Jahre hätte dies das Kulturunternehmen am Bodensee, wie der kaufmännische Direktor Michael Diem im Gespräch mit den VN bestätigte, nämlich etwa eine halbe Million Euro gekostet. Ohnehin darum bemüht, die Erhöhung nicht generell auf die Eintrittspreise umzulegen, konnte der Festspielchef nun eine entwarnende Meldung aus Wien vernehmen. Gemeinnützige Gesellschaften sind laut der ausgearbeiteten Steuerreform ausgenommen.

Während die Salzburger Festspiele deshalb gerade erst vor wenigen Tagen einen entsprechenden Grundsatzbeschluss herbeiführten, besteht die Gemeinnützigkeit in Bregenz schon seit 1989. Diem: „Die Erhöhung der Mehrwertsteuer kommt somit nicht auf uns zu, beim Entwurf des Gesetzes mussten wir noch davon ausgehen.“ 

Moderate Eintrittspreise

Werner Döring, Geschäftsführer der Kulturhäuser Betriebsgesellschaft (Kuges), hatte ebenfalls mit erhöhten Abgaben rechnen müssen. Bei der Budgeterstellung für das Jahr 2016 ging er aber so oder so davon aus, die Eintrittspreise nicht zu erhöhen. Obwohl man immer schon auf eine sozial verträgliche Preisgestaltung geachtet hat, betragen die Eintrittserlöse des Landestheaters, des Kunsthauses und des Vorarlberg Museum immerhin rund eine Million Euro. Döring: „Die Erhöhung hätte uns empfindlich getroffen.“ Man will die Eintrittspreise aber so moderat wie möglich gestalten. Aufgrund der verschiedenen Abo-Angebote und der reduzierten Tickets für Jugendliche ist man bei Kuges-Veranstaltungen durchschnittlich vielfach für unter zehn Euro dabei. Lediglich Tickets für die große jährliche Opernproduktion kosten im Einzelverkauf etwa 30 Euro. Die Festspiele bieten ebenfalls verschiedene Pakete an, haben die Preise in der obersten Kategorie, das heißt, für die besten Plätze der Hausoper, aber schon heuer etwas angehoben.

Ich bin glücklich, dass wir sozial verträgliche Preise haben.

Kuges-Chef Werner Döring