Berühmte Lehrer und Schüler und ihre Nähe zueinander

Kultur / 12.11.2015 • 21:53 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Früher Wotruba. Fotos: A. Grabher
Früher Wotruba. Fotos: A. Grabher

Mit Wotruba, Albrecht,  Avramidis und Pillhofer zeigt die Galerie c.art Klassiker der modernen Plastik.

DORNBIRN. (VN-ag) Als Lehrer an der Wiener Akademie prägte Fritz Woturba (1907-1975) drei Generationen junger Künstler und damit maßgeblich die österreichische Bildhauerei nach 1945. „Wotruba – und danach“ fragt aktuell eine Ausstellung in der Galerie c.art in Dornbirn, die Arbeiten von Fritz Wotruba, Herbert Albrecht, Joannis Avramidis und Josef Pillhofer präsentiert.

Stein und Bronze

Es sei eine Ausstellung, die er sich in dieser Besetzung schon lange gewünscht habe, sagt Galerist Kurt Prantl, der bereits vor rund 30 Jahren erstmals Werke von Fritz Wotruba in Liechtenstein gezeigt hat. Mittlerweile habe auch der Markt erkannt, dass diese Kunst ihre Qualität behalten und Bestand hat, so Prantl. Während derzeit im Wiener 21er Haus eine Ausstellung auf die Denkmäler des renommierten Bildhauers fokussiert, ergänzt die Galerie c.art die Werke Wotrubas, als Klassiker der modernen Skulptur, um drei Positionen aus seiner ersten Schülergeneration. Neben Arbeiten, die das für Wotruba charakteristische, fast archaische Konzept der Abstraktion der menschlichen Figur in geometrische Formen demonstrieren, wie eine kleinformatige Bronzestudie zum bekannten Marburger Relief, überrascht die Ausstellung auch mit einer sehr frühen „Büste eines jungen Mannes“, in Dornbirn zu sehen als Ausführung in Gips nach einem Tonmodell aus den beginnenden 1930er-Jahren, während sich der Eisenguss in der Zuger Sammlung Kamm in der Schweiz befindet. Der Mensch, und insbesondere der Kopf als intensive formale Auseinandersetzung in den klassischen Materialien Stein und Bronze, stellt auch für den bekannten Vorarlberger Bildhauer Herbert Albrecht (geboren 1927) das Hauptthema dar.

Figur und Säule

Die Plastizität und das Volumen der Plastik bestimmen als strenge Entwürfe auch die zweidimensionalen Mischtechniken auf Papier des in Wolfurt lebenden Künstlers, dessen Schaffen Kurt Prantl schon seit vielen Jahren verfolgt und begleitet. Die Nähe von Joannis Avramidis (geboren 1922) zur Antike einerseits, die Analogie von menschlicher Figur und Säule, und das Bemühen um eine moderne Formensprache andererseits, kennzeichnen das OEuvre des griechischstämmigen Künstlers, der Biennale- und zweimaliger documenta-Teilnehmer war.

Und auch für Josef Pillhofer (1921–2010) bildete die menschliche Figur den Ausgangspunkt, wenngleich er auch Werke mit architektonischem Charakter geschaffen hat und von den Beteiligten am stärksten in Richtung Abstraktion gegangen ist. In seiner ganz eigenen, analytischen Art befasste er sich in der Reduktion auf einfachste geometrische Formen und in der Auseinandersetzung mit Künstlern wie Ossip Zadkine an der Pariser Akademie mit den Grundprinzipien des Kubismus, wie ein mit Zirkel aus Bogenformen und Kreissegmenten geschaffenes Relief in Bronze zeigt. Statuarisch, blockhaft dagegen die „Hamurabi“ betitelte Bronze von 1970, die mit einer Figur von Herbert Albrecht von 2013 korrespondiert und bei aller Unterschiedlichkeit die Zeitlosigkeit und Nähe der einzelnen Positionen zueinander vor Augen führt.

Landschaft von Avramidis.
Landschaft von Avramidis.
Objekte von Avramidis.
Objekte von Avramidis.
Arbeit von Herbert Albrecht.
Arbeit von Herbert Albrecht.

Die Ausstellung ist in der Galerie c.art, Marktstraße 45, in Dornbirn, bis 5.Dezember geöffnet, Di bis Fr, 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, Sa, 10 bis 12 Uhr.