Einfach eine Seufzerbrücke schaffen

12.11.2015 • 20:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Lucca und Lea zählten gestern Abend zu den ersten und jüngsten Passanten auf der neuen Kunstbrücke. Foto: VN/Hofmeister
Lucca und Lea zählten gestern Abend zu den ersten und jüngsten Passanten auf der neuen Kunstbrücke. Foto: VN/Hofmeister

Seit gestern Abend soll sich auf dem Steg über der Ill manchem das Leben erhellen.

Feldkirch. (VN-cd) Heilsversprecher sind Hans-Joachim Gögl und Folkert Uhde, ihres Zeichens verantwortlich für den Inhalt der neuen Veranstaltungsreihe „Montforter Zwischentöne“, sicher nicht. Doch man darf ja auch einmal rundheraus fragen, wenn zwei hergehen, sich mit Rose Epple und Alex Valder ein Künstlerduo ins Boot holen, einen Steg illuminieren und diesen zur Kunstbrücke ausrufen, auf der Passanten nicht nur in warmes Licht getaucht, sondern auch mit Fragen konfrontiert werden.

Glauben und Skepsis

Fühlst du dich von etwas beschützt? Fühlst du dich auf dich allein gestellt? Was ist dir im Leben geglückt? Was lässt dich wachsen? Solche und ähnliche Sätze formieren sich in den nächsten Tagen und Wochen bzw. bis 29. November aus Rasterpunkten auf Anzeigentafeln an den Brückenportalen. Je nach durchlebten oder durchlittenen Sozialisierungsprozessen fühlt sich manchereiner da an Einkehrtage erinnert oder an ein Seminar, das Unternehmer auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern zum Finden der eigenen Mitte anbieten. Aber immerhin: Geld wird hier keines genommen und die Lichtinstallation kann mithalten mit dem, was Künstler auf diesem Gebiet so zustande bringen.

Und: „Wir bieten Auseinandersetzung mit dem Thema ohne ideologische oder konfessionelle Präferenz“, stellt Hans-Joachim Gögl gegenüber den VN die Intention klar. Nachdem man sich im Frühsommer bei den „Montforter Zwischentönen“ der Rechtssprechung widmete, soll es Ende November dem Glauben gelten. Wobei Gögl gleich einmal anführt, dass die Skepsis auch vonseiten der Veranstalter immer dabei ist. Neben Musik, die unter anderem Auseinandersetzung mit Mystikern bietet, wurde ein Philosoph eingeladen.

Bevor man mit der Weihnachtsbeleuchtung loslegt, hat sich Feldkirch somit eine optisch schöne Seufzerbrücke geschaffen. Das kann manchem gut tun und wer Antworten auf die Fragen liefern will, darf sie in bereitgestellten Mappen im Montforthaus eintragen. Hilft’s nichts, so schadet’s nicht.

Wir bieten Auseinandersetzung ohne ideologische oder konfessionelle Präferenz.

Hans-Joachim Gögl

Der Steg über der Ill bleibt bis 29. November eine Kunstbrücke. Nächste Veranstaltung: „Raum der Stille“, 25. November, Montforthaus.