Verbunden im Denken und in den Wurzeln

13.11.2015 • 20:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Arbeit von Christoph und Markus Getzner. Foto: AG
Arbeit von Christoph und Markus Getzner. Foto: AG

„Connected“ vereint Arbeiten von Thomas Bohle, Christoph und Markus Getzner und Karl-Heinz Ströhle.

DORNBIRN. (VN-ag) Vier Künstler, die ihre Wurzeln im Land haben oder hier leben. Unterschiedlich in Herangehensweise, Formensprache und Materialeinsatz – und doch gibt es Verbindungen. Offensichtliche, wie bereits ein erster, schneller Blick in die Ausstellung „Connected“ im „QuadrART“ Dornbirn beweist.

Form und Linie

Waren es zuletzt meist eine Vielzahl von Positionen, die sich um ein Werk aus der hauseigenen Sammlung gruppierten, so beschränkt sich die aktuelle Schau, von Ingrid Adamer kuratiert, mit Thomas Bohle, Christoph und Markus Getzner sowie Karl-Heinz Ströhle auf wohltuend überschaubare drei Positionen und ästhetische Klarheit. Den Ausgangspunkt der Sammlung bildet ein Gefäß des Dornbirner Keramikers Thomas Bohle (geboren 1958), der sich mit seinen markanten Objekten, streng und auratisch in ihrer Erscheinung, präzise und perfekt in der Ausführung, längst international in Fachkreisen einen Namen gemacht hat. Zwei große Schalen, wie im Raum schwebend, ebenso schlicht wie opulent, werden ergänzt durch Röntgenaufnahmen, die das Innenleben der doppelwandigen Behältnisse fast wie ein architektonisches Modell erlebbar machen, sowie eine 8-teilige Gruppe von kleineren weißen Gefäßen, als Variationen über die Form. Die Linie liefert dagegen das Fundament für die Arbeiten von Karl-Heinz Ströhle (geboren 1957), die sich den Raum mit den Keramiken von Bohle in perfekter Harmonie teilen.

Flüchtig

Nicht nur, dass beide Künstler Japan-Liebhaber sind, auch was die konsequente Auseinandersetzung mit dem Material anbelangt und die reduzierte Formensprache, scheint man sich einig. Aus seinem multimedial angelegten Werk zeigt Ströhle ein Objekt aus Federstahlbändern, eine Fotoarbeit und ganz neue Malerei, die ausgehend von 3D-Modellen den Eindruck des Atmens erweckt und obschon klar als Gemälde definiert, Aspekte des Plastischen und Pneumatischen, eben noch prall gefüllt, dann schon wieder Luft verlierend, verkörpert. Die Flüchtigkeit des Seins ist auch ein zentrales Argument in der Rauminstallation von Christoph (geboren 1960) und Markus Getzner (geboren 1965) im Untergeschoß. Seit 2004 findet das Brüderpaar in intensiven Arbeitsphasen zu gemeinsamen Projekten und einem singulären Œuvre, das in seiner Eigenständigkeit im Kunstbetrieb eine Ausnahmeerscheinung bildet, zusammen. Kreisläufe, das sich in stetem Fluss befindliche Leben, Vergänglichkeit, wiederkehrende Figuren wie der Wächter, das Mädchen oder der Zwerg bevölkern einen bizarren Bilderkosmos, der sich zwischen einer handfesten Materialität und einer spirituellen Welt, zwischen barocken Versatzstücken und Materialien wie Beton, Holz und Papiermaché aufspannt und bei aller Rätselhaftigkeit Andockungspunkte in alle möglichen Richtungen zulässt.

Die Ausstellung ist im QuadrART, Sebastianstraße 9, in Dornbirn, bis 28. Februar 2016 geöffnet, bis
8.Dezember jeweils Do, Fr, Sa, von
17 bis 19 Uhr, ab 8.Dezember nach tel. Vereinbarung unter 05572 909958.