Ein Orchesterklang von mehreren Generationen

Kultur / 15.11.2015 • 22:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde Bregenz unter Hansjörg Gruber erfreute beim traditionellen Herbstkonzert. Fotos: Stiplovsek
Das Orchester der Gesellschaft der Musikfreunde Bregenz unter Hansjörg Gruber erfreute beim traditionellen Herbstkonzert. Fotos: Stiplovsek

Die Musikfreunde Bregenz erweisen sich als wichtige Plattform für Hochbegabungen.

Bregenz. „Licht für die Seele“ versprach die Ankündigung für das von der Stadt veranstaltete Herbstkonzert der Gesellschaft der Musikfreunde Bregenz am Samstagabend. Im ausverkauften Theater am Kornmarkt konnten sich die Besucher an einem Konzert mit bunten musikalischen Herbstblättern erfreuen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Kapellmeister Hansjörg Gruber in dem abwechslungsreichen Programm auch hochbegabten jungen Musikerinnen und Musikern eine Plattform für solistische Erfahrung ermöglicht hat. Das vielschichtige Pasticcio, aus Werken prominenter und weniger bis kaum bekannter Komponisten geschichtet, mundete offensichtlich dem Konzertpublikum, das nicht mit Beifall sparte.

Als orchestrale Klammer für den klassischen Programmbogen fungierte Joseph Haydn (1732–1809): Zum Auftakt und Abschluss des Abends interpretierte das gut studierte Orchester den ersten bzw. vierten Satz der Sinfonie Nr. 63 C-Dur „La Roxelane“. Überraschend, wie homogen das Orchester – die Jüngste mit gerade 17 Jahren, der Älteste bereits 85 – die Haydn’schen Harmonien interpretierte. Eingebettet zwischen „Papa“ Haydn wurde fünf aufstrebenden Begabungen aus Vorarlberg eine Bühne für solistische Auftritte geboten. Die jungen Musikerinnen und Musiker im Alter zwischen 16 und 19 Jahren, alle mit „Prima la Musica“-Erfolgen im Gepäck, nutzten die Chance gut bis sehr gut.

Musikalische Reife

„A Horn was born“, kann man den Auftritt des Feldkirchers Anton Doppelbauer (Jahrgang 1999) umschreiben. Der junge Mann scheint mit dem Instrument schon sehr vertraut, sein Solopart im Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 Es-Dur KV 417 von Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791) zeugte von spieltechnischer und musikalischer Reife.

Beifall haben sich auch die beiden Dornbirnerinnen Laura Moosbrugger (1998) und Vanessa Gasser (1996) für ihre erfrischende Interpretation des Konzerts für zwei Flöten G-Dur von Domenico Cimarosa (1749–1801) verdient. Ebenso Anja Ebenhoch (1996) aus Rankweil. Sie überzeugte als Solistin im Konzertstück für Oboe f-Moll op. 33 des kaum bekannten Dresdener Hofkapellmeisters Julius Rietz (1812–1877). Insgesamt gut, aber noch ausbaufähig wirkte das Spiel von Alexander Mandl (1996) aus Feldkirch im Konzert für Posaune und Orchester Es-Dur des Wiener Hofkapellmeisters Georg Christoph Wagenseil (1715–1777).

Stadtrat Michael Rauth dankte den Musikfreunden für ihr kulturelles Engagement und die erbrachte gezielte Nachwuchsarbeit. Musikfreunde-Obfrau Anita Einsle, die als Cellistin mitwirkte, richtete den Dank an alle MusikerInnen und an die Sponsoren.

Musikernachwuchs hat sich vorgestellt: Alexander Mandl, Anja Ebenhoch, Vanessa Gasser, Laura Moosbrugger und Anton Doppelbauer.

Musikernachwuchs hat sich vorgestellt: Alexander Mandl, Anja Ebenhoch, Vanessa Gasser, Laura Moosbrugger und Anton Doppelbauer.