Ein riesiger Spannungsbogen

Kultur / 18.11.2015 • 19:35 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Rund ein Drittel der 156.000 Karten für die Wiederaufnahme von Puccinis „Turandot“ auf dem See sind bereits gebucht. Foto: BF/mende
Rund ein Drittel der 156.000 Karten für die Wiederaufnahme von Puccinis „Turandot“ auf dem See sind bereits gebucht. Foto: BF/mende

Festspiele bieten Ur- und Erstaufführungen und blicken mit „Bastien und Bastienne“ auf die Anfänge zurück.

Bregenz. (VN) Draußen, in der in Novembernebel gehüllten Kulisse auf der Seebühne, spielten Mitglieder des Symphonieorchesters Vorarlberg gestern Passagen aus „Turandot“ und Franco Faccios „Hamlet“. Ein sicht- und hörbares Zeichen dafür, dass sich in Bregenz populäre Opernhits mit neu entdecktem Musiktheaterschaffen verbinden lassen, und dass die Festspiele ihre Programmpräsentation als Inszenierung verstehen. Diesbezüglich hat sich auch unter Elisabeth Sobotka nichts geändert. Eröffnet wird das Festival im Sommer 2016, wie berichtet, mit der österreichischen Erstaufführung der 1865 uraufgeführten und dann in Vergessenheit geratenen  Oper „Hamlet“ von Franco Faccio, die Oliver Tambosi inszeniert. Bis 21. August stehen rund 80 Veranstaltungen auf dem Programm, für die (ohne Generalproben und Crossculture Night) 176.000 Tickets aufgelegt sind.

Eine „Austrotragödie“

Mit dem Werk „Staatsoperette – Die Austrotragödie“ von Otto M. Zykan auf der Werkstattbühne realisieren die Festspiele eine Musiktheateruraufführung, die auf einen im Jahr 1977 gezeigten Fernsehfilm zurückgeht, der heftige Reaktionen auslöste. Die von Michael Mautner und Irene Suchy eingerichtete Bühnenfassung wird vom gebürtigen Bregenzer Simon Meusburger inszeniert. Sämtliche historische Führerfiguren werden als Puppen von Nikolaus Habjan dargestellt. Die im Vorjahr gefeierte Künstlerin Measha Brueggergosman wirkt in Miroslav Srnkas Kammeroper „Make no noise“ mit.

Eine weitere österreichische Erstaufführung von Miroslav Srnka ist im Rahmen der Matinee mit dem Symphonieorchester Vorarlberg zu hören. Gérard Korsten dirigiert „Eighteen Agents“, danach wartet eine weitere Premiere auf das Publikum: Erstmals bei einem Festspiel-orchesterkonzert im Großen Saal ist der junge Vorarlberger Pianist Aaron Pilsan zu erleben.

Einst im Gondelhafen

Eine Reminiszenz an die Geburtsstunde der Festspiele ist die Aufführung von „Bastien und Bastienne“ an jenem Ort, wo vor 70 Jahren dieses Mozart-Werk den Ursprung des Spiels auf dem See markierte. Im Gondelhafen, unweit des heutigen Festspielareals, wird wie einst auf Kieskähnen gesungen, gespielt und musiziert.

Mit dem Film ,Staatsoperette‘ wurde ein Tabu angefasst. Kunst muss diese Funktion haben dürfen.

Elisabeth Sobotka
Pressesprecher Axel Renner, Sopranistin Katrin Kapplusch, Intendantin Elisabeth Sobotka, Präsident Hans-Peter Metzler, kaufmännischer Direktor Michael Diem und Regisseur Oliver Tambosi.  Foto: VN/Hartinger
Pressesprecher Axel Renner, Sopranistin Katrin Kapplusch, Intendantin Elisabeth Sobotka, Präsident Hans-Peter Metzler, kaufmännischer Direktor Michael Diem und Regisseur Oliver Tambosi.  Foto: VN/Hartinger

Bregenzer Festspiele 2016

» Spiel auf dem See: „Turandot“ von Puccini

» Oper im Haus: „Hamlet“ von Franco Faccio (österreichische Erstaufführung)

» Oper am Kornmarkt: „Don Giovanni“ von Wolfgang Amadeus Mozart

» Oper auf der Werkstattbühne: „Staatsoperette – Die Austrotragödie“ von Otto M. Zykan (Uraufführung); „Make no noise“ von Miroslav Srnka (österreichische Erstaufführung)

» Oper im Gondelhafen: „Bastien und Bastienne“ von Wolfgang A. Mozart

» Konzerte: Orchesterkonzerte der Wiener Symphoniker und des Symphonieorchesters Vorarlberg, u. a. mit Erstaufführungen, Musik und Poesie etc.