Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Glücklich in und aus der Show

19.11.2015 • 18:55 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Hallo, Lehrerin oder Lehrer, ich bin jetzt im Besitz einer dicken, knallgelben Kaugummikugel. So einer, wie es sie bei uns gar nicht zu kaufen gibt. Und als zweites Geschenk gehört mir ein Ingwerbonbon. Es handelt sich dabei um jene Süßigkeit, die der Designer Stefan Sagmeister bevorzugt. Wer die kleinen, in allen Stockwerken im Wiener MAK verstreuten Anweisungen aufmerksam verfolgt, der hat zudem auf einen roten Knopf gedrückt. Dafür gab es eine gelbe Karte. Ob ich sie als Warnung zu verstehen habe, ist mir nicht gleich klar, soll ich mir doch überlegen, wer in der Schule meine Lieblingslehrerin oder mein Lieblingslehrer war, ihre oder seine Telefonnummer heraussuchen und sie oder ihn anrufen.

 

Abgesehen davon, dass die Frage vermutlich nicht nur mich in Verlegenheit bringt, denn wer hat noch das Pädagogenpersonal vor Augen, wenn die Schulzeit zwei bis drei Jahrzehnte oder eben noch länger zurückliegt? Ich wünsche jedem einzelnen, dass er noch bei guter Gesundheit ist und sich beim Blättern in den Klassenalben (gibt es die überhaupt?) vergnügt zurückerinnert. Mit einem Telefonanruf stören werde ich niemanden. Obwohl mit klar ist, dass Stefan Sagmeister, der Bregenzer, der in New York Karriere machte, Plattencover von Superstars ebenso entwarf wie das Logo für das Vorarlberg Museum, in seiner noch bis Ende März laufenden „Happy Show“ allgemeine Ergebnisse der Glücksforschung darstellt. Aufgepasst, Lehrer: Wertschätzung macht uns froh. Freilich muss dafür etwas geleistet werden. Bei mir hat es funktioniert. Es liegt nicht nur am stimmungshebenden, witzigen und geistreichen Design des Fachmanns, wenn man seine Schau happy verlässt.

christa.dietrich@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-225