Glitzert nicht, klingt aber engelhaft

Kultur / 23.11.2015 • 20:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Vorarlberger Musikerin Filippa Gojo trat am Wochenende in der Kammgarn in Hard und in Lindau auf. Foto: Gojo
Die Vorarlberger Musikerin Filippa Gojo trat am Wochenende in der Kammgarn in Hard und in Lindau auf. Foto: Gojo

Jazz-Preisträgerin Filippa Gojo besuchte nun mit „The Willit Blend“ ihre Heimat.

Christa Dietrich

Hard. Diese Musik lässt sich nicht verorten, und das ist etwas Gutes. Filippa Gojo stammt aus Bregenz, hatte hier schon als kleine Musikschülerin unter aufmerksamen Lehrerinnen und Lehrern die Möglichkeit, sich zu entfalten, holte sich an der Hochschule in Köln die entsprechende Reife, lebt und arbeitet nun dort, bereist aber die Welt und macht das auch in eigenen Kompositionen hörbar. Nicht gefällig und nicht einfach eruierbar, aber es wird rasch klar, dass hier eine Musikerin Klänge schafft, die nicht auf Einflüsse von da und dort schließen lassen, sondern dass eine Weltoffenheit mitschwingt, ein Weitersuchen im gewissen Sinne, obwohl man längst angekommen ist. Für Filippa Gojo gilt das auch im Besonderen, vor wenigen Monaten wurde sie mit dem „Neuen Deutschen Jazzpreis“ ausgezeichnet, mit ihrem Quartett ebenso wie als Solistin. In Fachkreisen ist man somit längst auf sie aufmerksam geworden.

In der Harder Kammgarn, wo sie am Wochenende auftrat, ist sie ein besonders gern gesehener und bejubelter Gast. Die Intervalle zwischen den Auftritten werden zwar länger, aber in der Region gab es am Abend darauf immerhin noch die Möglichkeit, sie in Lindau zu erleben. Diesmal war es die Band „The Willit Blend“, mit der sie das CD-Projekt „Rainbow’s End“ realisierte, die sie begleitete. Wobei gleich feststeht, warum man gesteigerten Wert darauf legt, die Musiker Benjamin Steil, Christoph Moschberger, Constantin Krahmer, David Andres und Thomas Sauerborn auf gleicher Ebene mit der Vokalisten zu sehen.

Kreativer Jazz

„Sie ist der Engelstaub über dem instrumentalen Fundament“, liest es sich so schön im CD-Beiblatt. Glitzert nicht, klingt aber engelhaft, möchte man anfügen, denn Filippa Gojo ordnet sich ein, hat eine besondere Gabe dazu. Und so profitiert der Hörer von einem fantastischen Aufeinanderhören und von einem kreativen Jazz, der sich in jedem Instrument und der Stimme zeigt. Man kann, wenn man will, Einflüsse ausmachen, südamerikanische Rhythmen und Melodien klingen von der Ferne an, aber auch Standards, man kann die Kompositionen aber auch als Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung wahrnehmen, die von Professionalität, Sicherheit und einer einzigartige Klangräume schaffenden Stimme ermöglicht wird.

Nächster Superevent in der Harder Kammgarn: 28. November, 20.30 Uhr, Sofia Rei aus Argentinien.