Junges Ensemble „Pagon“ belebte das Museum

29.11.2015 • 21:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Geschwisterpaar Natalia Sagmeister und Alex Ladstätter mit Pianistin Keiko Hattori gestern im Vorarlberg Museum. Foto: VN/CD
Geschwisterpaar Natalia Sagmeister und Alex Ladstätter mit Pianistin Keiko Hattori gestern im Vorarlberg Museum. Foto: VN/CD

Natalia Sagmeister, Alex Ladstätter und Keiko Hattori überzeugten gestern mit enormer Vielseitigkeit.

Bregenz. (VN-cd) Das hat man nicht oft. Zwei der drei Komponisten waren anwesend. Derselben Generation angehörend, repräsentieren die Werke verschiedene Arbeitsweisen, und zudem war mit Alex Ladstätter (Klarinette) und Natalia Sagmeister (Violine) gestern Mittag im Vorarlberg Museum in Bregenz ein Geschwisterpaar wieder in seiner Heimat, das mit Keiko Hattori (Klavier) längst ein angesehenes Ensemble bildet. Der Ragtime aus Strawinskys „Geschichte vom Soldaten“ hat als Zugabe bestens gepasst, kam doch Temperament als Aspekt ins Gesamtklangbild eines Konzertes, das zuvor von formaler Präzision, Stimmung und klassischer Struktur geprägt war. Webers Grand Duo in Es-Dur (op. 84) für Klarinette und Klavier ist ein echtes Virtuosenstück, das Alex Ladstätter Gelegenheit bietet, dem Publikum klarzumachen, inwieweit die Klarinette ein ganzes Orchester ersetzt.

Natalia Sagmeister steht diesbezüglich vor einer fast noch größeren Herausforderung. „ . . . aus blauen Fernen . . .“  ist ein Solostück des Bregenzers Richard Dünser (geb. 1959), das quasi für den Kernbereich seines Schaffens steht. Inspririert von Novalis-Texten holt er die Romantik in die Gegenwart und schöpft den Geigenklang bis zu den Akkordstellen aus. Eine präzise Stimmungskomposition, die eine souveräne Interpretin gefunden hat. Die trockene Akustik im Museum dämpft das Ergebnis grundsätzlich, wirkt sich aber vor allem  bei „Le Quattro Volte“ des Deutschen Bernd Franke (geb. 1959) negativ aus. Basierend auf dem 2010 entstandenen Film von Michelangelo Frammartino, einem dialogfreien Porträt eines italienischen Landstrichs, ist das erstmals in Österreich aufgeführte Werk für Klarinette, Violine und Klavier formal anregend gestaltet und in der Tonklangbehandlung spannend aufgebaut. Schön, dass es das Ensemble, das mit dem Sketchbook von Wolfgang Gernot (geb. 1957) noch Unterhaltendes bot, für die nächste CD-Produktion vorgesehen hat.

Nächstes Konzert im Vorarlberg Museum Bregenz: 3. Dezember,
20 Uhr, Jazz mit „Existenzhengste“.