Berlinde de Bruyckere auch im Leopold Museum

Kultur / 03.12.2015 • 20:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Wien, Bregenz. (VN) Der Schwerpunkt liegt bekanntermaßen bei Werken von Schiele, bei Klimt bzw. bei der Kunst um 1900, dennoch widmet sich das Leopold Museum im Wiener Museumsquartier unter dem neuen Leiter Hans-Peter Wipplinger nun auch der Gegenwartskunst. Gewählt wurde mit Berlinde de Bruyckere ausgerechnet jene Künstlerin, deren Arbeiten erst vor wenigen Monaten  im Kunsthaus Bregenz und im Kunstraum Dornbirn präsent waren. Ihre Arbeiten sollen von April bis Juli 2016 eine Retrospektive des deutschen Bildhauers Wilhelm Lehmbruck (1881-1919) ergänzen. Gezeigt werden von ihm 50 Skulpturen, 90 Gemälde sowie Zeichnungen und Radierungen.

Bereits seit September versucht eine Neupräsentation von Egon Schiele, den Künstler „neu erlebbar“ zu machen. Ab 29. Jänner werden „Verborgene Schätze der Sammlung“ im Rahmen eines Restaurierungsprojekts präsentiert, für das Unterstützer gesucht werden.

Vom 29. April bis 5. September ist Theodor von Hörmann (1840-1895) die erste Personale gewidmet. Kuratorin ist Marianne Hussl-Hörmann, deren „Ur-Ur-Großonkel“ der österreichische Künstler war, der sich intensiv mit dem französischen Impressionismus auseinandersetzte.

Warten auf die Restitution

„Wir sind weder ein Privatmuseum noch ein Bundesmuseum – und das ist auch gut so“, sagte Wipplinger. Nicht so gut findet man dagegen die Höhe der Subventionen, bei der man eine Benachteiligung gegenüber den Bundesmuseen ortet. Bei jährlich rund 350.000 Besuchern habe man gemeinsam mit dem Belvedere die niedrigste Subventionshöhe pro Besucher. Restitution war bei der Programmpräsentation kein Thema. In einer Aussendung forderte die Israelitische Kultusgemeinde nun aktuell die Rückgabe von fünf Schiele-Blättern aus der Sammlung Mayländer, die 2010 von der „Michalek-Kommission“ empfohlen wurde, vor dem 95. Geburtstag der Erbin, den diese im Jänner 2016 feiern werde: „Wie lange soll sie noch warten?“, heißt es.