Gruseln im Vorarlberger Dialekt

Kultur / 06.12.2015 • 20:44 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Krista Stadler begegnet dem Bösen im Hollywood-Film „Krampus“ auf „Emserisch“.  FotoS: Universal, VN
Krista Stadler begegnet dem Bösen im Hollywood-Film „Krampus“ auf „Emserisch“.  FotoS: Universal, VN

Reinhold Bilgeri agierte in Hollywood-Blockbuster als Sprach-Waffe gegen den Krampus.

Berlin, Los Angeles. (VN-cd) Wenn es um vorweihnachtliche Unterhaltung, pardon, um den Kassenerfolg geht, ist den US-Filmemachern kein Sujet zu bunt, zu seicht oder zu gruselig. Aber immerhin, neben dem Santa-Claus-Kitsch, der alljährlich in die Kinos kommt und ein Thema, nämlich die familiären Turbulenzen vor, nach und während des Festes zum Inhalt hat, schert man heuer mit „Krampus“ auch etwas aus. Regisseur Michael Dougherty lässt das Böse in der Gestalt von alpenländischen Perchten auftreten und damit in der deutschen Fassung alles authentisch rüberkommt, wurde Reinhold Bilgeri ins Synchronstudio nach Berlin geholt. Dort hatte der Vorarlberger Autor, Musiker und Filmemacher („Der Atem des Himmels“) dafür zu sorgen, dass Krista Stadler, jene Omi, die die Absicht des Dämons mit Hufen und Hörnern als erste durchschaut, jenen „exotischen“ Dialekt einbringt, den sich das Filmteam für die deutsche Fassung vorstellte.

Bayerisch war nicht erwünscht und nach einer Schweizerin sollte die Dame auch nicht klingen. Deshalb agierte Bilgeri als geeigneter Sprachcoach, hatte er Krista Stadler doch schon als Mutter von Erna Gaderthurn in seiner Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des Lawinenunglücks von Blons besetzt.

Grandiose Schauspielerin

Als „Emser“, als der sich Bilgeri noch gerne bezeichnet, ist ihm ein Dialekt zu eigen, der quasi für das Land stehen kann und keine nur in einer Talschaft gebräuchlichen Begriffe aufweist. Stadler sei ungemein diszipliniert, eine grandiose Schauspielerin und sehr musikalisch, erzählt er von der Arbeit im Studio. Die Handlung von „Krampus“ ist zwar etwas fragwürdig, wird doch der, der nicht an den Geist der Weihnacht glaubt, vom höllischen Personal heimgesucht, die Machart des Films selbst, hat aber eingeschlagen. „Krampus“, bei dessen Premiere auch Bilgeris schauspielende Tochter Laura als Gast über den roten Teppich schritt, steht momentan ganz oben auf der Hitliste.

„Krampus“ läuft seit diesem Wochenende auch in Vorarlberg.