Warum „Carol“ einst unter falschem Namen erschien

Kultur / 18.12.2015 • 21:17 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Patricia Highsmiths Roman über die Liebe zwischen zwei Frauen hat eine interessante Geschichte.

Roman. Patricia Highsmith ist noch nicht berühmt, als sie eine schicksalhafte Begegnung hat. Im Winter 1948 jobbt die junge Schriftstellerin in der Spielzeugabteilung des New Yorker Kaufhauses Bloomingdale‘s. Eine blonde Frau im Nerzmantel kauft dort eine Puppe. Highsmith sieht sie und ist ganz benommen, „wie knapp vor einer Ohnmacht“, erinnert sie sich später. Danach erfindet sie die Liebesgeschichte zu „Carol“. Die Bücher von Patricia Highsmith (1921–1995) sind schon oft verfilmt worden. Alfred Hitchcock kaufte gleich ihren Erstling für „Zwei Fremde im Zug“. Später folgten „Nur die Sonne war Zeuge“ mit Alain Delon, Wim Wenders „Der amerikanische Freund“ oder „Der talentierte Mr. Ripley“ mit Matt Damon.

Nun ist das Kultbuch „Carol“ an der Reihe. Bei den Golden Globes gab es gerade gleich fünf Nominierungen. Regie führt Todd Haynes. Cate Blanchett spielt die Titelrolle.

„Carol“ ragt unter den literarischen Thrillern heraus, dem Markenzeichen von Highsmith, die damit stilprägend war. Das Frühwerk ist vielleicht ihr persönlichstes Buch. Highsmith veröffentlichte es 1952 unter Pseudonym. Sie wollte nicht als Autorin lesbischer Bücher etikettiert werden.

Als Taschenbuch wurde es ein Bestseller. Unerhört war damals: Die Geschichte des Frauenpaares hat eine Art Happy End. „Bis zu diesem Buch mussten weibliche wie männliche Homosexuelle ihre Neigungen büßen“, schrieb Highsmith später in einem Nachwort. Sie bekam viel Post. Von dankbaren Frauen ebenso wie von Männern.

„Carol“ wurde mit Cate Blanchett verfilmt. Foto: Universal
„Carol“ wurde mit Cate Blanchett verfilmt. Foto: Universal
„Carol“ wurde mit Cate Blanchett verfilmt. Foto: Universal
„Carol“ wurde mit Cate Blanchett verfilmt. Foto: Universal
„Carol“ wurde mit Cate Blanchett verfilmt. Foto: Universal
„Carol“ wurde mit Cate Blanchett verfilmt. Foto: Universal

Patricia Highsmith: „Carol“, detebe Diogenes Taschenbücher, Diogenes, 464 Seiten