Favoriten und Tribute-Shows

Kultur / 16.02.2016 • 19:56 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Lady Gaga zollte mit knallrotem Haar und einem Kostüm im David-Bowie-Stil dem im Januar verstorbenen Künstler Tribut. Fotos: Reuters
Lady Gaga zollte mit knallrotem Haar und einem Kostüm im David-Bowie-Stil dem im Januar verstorbenen Künstler Tribut. Fotos: Reuters

Kendrick Lamar, Taylor Swift und Ed Sheeran zählen zu den großen Gewinnern der 58. Grammy-Nacht.

Los Angeles. Popstar Taylor Swift (26) und Rapper Kendrick Lamar (28) sind die Abräumer bei den diesjährigen Grammy Awards, die in der Nacht auf Dienstag in Los Angeles vergeben wurden. Die 26-Jährige gewann in der Königskategorie „Bestes Album“ für ihr Werk „1989“. Sie verwandelte auch ihre Nominierungen für das beste Pop-Vokal-Album und das beste Musikvideo in Preise. Swift betonte in ihrer Dankesrede, dass sie als erste Frau in der Grammy-Geschichte zum zweiten Mal in der Kategorie „Bestes Album“ gewonnen hatte. Zugleich konnte sie sich einen Seitenhieb auf Kanye West, der Swift in seinem neuen Album beleidigt und vorgibt, er habe sie berühmt gemacht, nicht verkneifen. „Es wird immer Menschen geben, die deinen Erfolg untergraben oder deine Errungenschaften für sich beanspruchen wollen.“

Die meisten Grammys

Der elffach nominierte Kendrick Lamar ging mit fünf Grammys nach Hause. Sein Album „To Pimp A Butterfly“ wurde unter anderem zur besten Rap-Platte gekürt. Vier seiner fünf Auszeichnungen gewann Lamar in Rap-Kategorien, in den ganz großen Kategorien ging er trotz seiner elf Nominierungen leer aus. Der 28-Jährige lieferte auch einen politisch aufgeladenen, hitzigen Auftritt, der das Publikum aufrütteln musste.

Aufnahme des Jahres wurde „Uptown Funk“ von Mark Ronson und Bruno Mars, während Ed Sheeran mit „Thinking Out Loud“ den begehrten Preis für den besten Song des Jahres gewann. Beste Newcomerin wurde Popsängerin Meghan Trainor.  Die 22-Jährige, die mit ihrem Hit „All About That Bass“ den Schlankheitswahn vieler Frauen aufs Korn nimmt, brach auf der Bühne in Tränen aus.

Gedenkauftritte

Justin Bieber gewann seinen ersten Grammy überhaupt zusammen mit den DJs Skrillex und Diplo für die Single „Where Are U Now“ als beste Dance-Aufnahme. Während Rihanna wegen Halsschmerzen kurzfristig nicht erschien, sagte Rapperin Lauryn Hill ihren als Überraschung geplanten Auftritt kurzerhand ab. Aufgrund der kurzfristigen Planung habe sie keine Chance gehabt, sich ausreichend vorzubereiten, teilte ein Sprecher laut „New York Times“ mit.

Die Gala im Staples Center war in diesem Jahr auch geprägt von Gedenkauftritten für die zuletzt verstorbenen Musikstars. Lady Gaga (29) zollte mit knallrotem Haar und einem Kostüm im David-Bowie-Stil dem im Januar verstorbenen Künstler Tribut, indem sie ein Medley aus „Space Oddity“, „Changes“, „Ziggy Stardust“, „Let’s Dance“ und weiteren Bowie-Hits anstimmte. Die Eagles ehrten ihr Gründungsmitglied Glenn Frey mit „Take It Easy“. Soul- und R&B-Legende Stevie Wonder sang für Maurice White, Gründungsmitglied der Band Earth, Wind & Fire, gemeinsam mit der A-capella-Gruppe Pentatonix aus Texas. Und die Hollywood Vampires erinnerten mit ihrem ersten großen TV-Auftritt an Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister.

Österreich ohne Preise

Leer ausgegangen sind die nominierten Österreicher: Unter den Komponisten von Drakes Rap-Song „Energy“ finden sich Richard Dorfmeister und Markus Kienzl, das Werk unterlag jedoch Lamars „Alright“. In der Klassiksektion war der gebürtige Vorarlberger Manfred Honeck als Chefdirigent des Pittsburgh Symphony Orchestra mit der CD-Einspielung von Bruckners 4. Symphonie in der Sparte der besten Orchesteraufnahmen nominiert, den Grammy holte aber Andris Nelsons mit dem Boston Symphony Orchestra und einer Aufnahme von Dmitri Schostakowitschs Symphonie Nr. 10.

Taylor Swift räumte ordentlich ab.
Taylor Swift räumte ordentlich ab.

Grammy-Gewinner

Aufnahme des Jahres: „Uptown Funk“ von Mark Ronson feat. Bruno Mars

Album des Jahres: „1989“ von Taylor Swift

Beste/r neue/r Künstler/in: Meghan Trainor

Song des Jahres: „Thinking Out Loud“ von Ed Sheeran und Amy Wadge

Beste Pop-Solodarbietung: „Thinking Out Loud“ von Ed Sheeran

Beste Pop-Darbietung eines Duos/einer Gruppe: „Uptown Funk“ von Mark Ronson feat. Bruno Mars

Bestes traditionelles Pop-Gesangs­album: „The Silver Lining: The Songs of Jerome Kern“ von Tony Bennett und Bill Charlap

Bestes Pop-Gesangsalbum: „1989“ von Taylor Swift

Beste Dance-Aufnahme: „Where Are U Now“ von Skrillex, Diplo und Justin Bieber

Bestes Dance/Elektro-Album: „Skrillex And Diplo Present Jack Ü“ von Skrillex und Diplo.

Beste Metal-Darbietung: „Cirice“ von Ghost

Beste Rock-Darbietung: „Don‘t Wanna Fight“ von Alabama Shakes

Bester Rock-Song: „Don‘t Wanna Fight“ von Alabama Shakes

Bestes Rock-Album: „Drones“ von Muse

Bestes Alternative-Album: „Sound & Color“ von Alabama Shakes

Bestes Urban-Contemporary-Album: „Beauty Behind the Madness“ von The Weeknd

Bester R&B-Song: „Really Love“ von D’Angelo und The Vanguard

Beste R&B-Darbietung: „Earned It (Fifty Shades of Grey)“ von The Weeknd

Bestes R&B-Album: „Black Messiah“ von D’Angelo und The Vanguard

Beste Rap-Darbietung: „Alright“ von Kendrick Lamar

Beste Rap/Gesang-Zusammenarbeit: „These Walls“ von Kendrick Lamar feat. Bilal, Anna Wise & Thundercat

Bestes Rap-Album: „To Pimp a Butterfly“ von Kendrick Lamar

Bester Rap-Song: „Alright“ von Kendrick Lamar

Bestes Country-Album: „Traveller“ von Chris Stapleton

Bestes Country-Solo: „Traveller“ von Chris Stapleton

Beste Country-Darbietung eines Duos/einer Gruppe: „Girl Crush“ von Little Big Town

Bester Country-Song: „Girl Crush“ von Little Big Town

Bestes Musical-Album: „Hamilton“