Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Festspiele ohne oder mit Theater

Kultur / 13.05.2016 • 19:42 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Die Bregenzer Festspiele, deren Gründung heuer, 70 Jahre nach der Aufführung des Mozart-Singspiels „Bastien und Bastienne“ auf zwei Kiesschiffen im Sommer 1946, ein Thema ist, haben mehrere Väter. Eine wesentliche Rolle spielte dabei das damals ebenfalls noch sehr junge Vorarlberger Landestheater mit seinem Intendanten Kurt Kaiser. Die Bühne, die später als Theater für Vorarlberg privatisiert wurde, hatte über viele weitere Jahrzehnte Anteil am Geschehen. Direktor Bruno Felix ersann sich unter dem Martinsplatz in der Oberstadt eine Spielstätte, an der zuletzt einiges auszusetzen war, niemals aber mangelte es am Publikumsinteresse.

 

Aus nachvollziehbar künstlerischen Überlegungen zog Festspiel-Intendant David Pountney vor einigen Jahren einen Schlussstrich. Inzwischen wird das Landestheater mit Alexander Kubelka von einem Künstler geleitet, den es bekanntermaßen immer wieder nach draußen zieht, und soweit man Pountneys Nachfolgerin Elisabeth Sobotka erlebt hat, ist sie neuen Ideen gegenüber enorm aufgeschlossen. Dass die Umsetzung ihre Zeit braucht, steht außer Frage. Im letzten Jahr war eine neue Seebühnenproduktion in Fahrt zu bringen, heuer setzt die neue Festspiel-Intendantin mit der Oper „Hamlet“ von Franco Faccio eine Entdeckung drauf, danach allerdings wollen wir wissen, was los ist.

Die Kooperation von Landestheater und Bregenzer Festspielen ist nichts, auf das man grundsätzlich verzichten sollte. Auch dem Unternehmen am Kornmarkt – also der Landesbühne, die jüngst einen vielfältigen Spielplan für die Saison 2016/2017 vorgelegt hat – wäre es zuzumuten, die Ferienzeit zugunsten eines Festspielbeitrages hinkünftig zu reduzieren.

christa.dietrich@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-225