Höhenflüge der besonderen Art

Kultur / 13.05.2016 • 19:42 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Künstlerin Ona B. ist dabei: Die leer stehenden Volieren der Adlerwarte werden Ausstellungskojen.  Foto: PF
Künstlerin Ona B. ist dabei: Die leer stehenden Volieren der Adlerwarte werden Ausstellungskojen. Foto: PF

Adlerwarte am Pfänder­ wird „Hor(s)t“ der Kunst. Initiative zieht weite Kreise.

Lochau. (VN-cd) Die Frage, wie „artgerecht“ das Projekt ist, stellt sich in diesem Fall anders. Gemessen an den Namen, die der Galerist Gregor Koller mit seiner Idee, in der verwaisten Greifvogel-Anlage am Pfänder Ausstellungen zu realisieren, in Verbindung bringt, ist die Kunst (englisch: art), der dabei zu begegnen ist, jedenfalls hochwertig.

Der namhafte Vorarlberger Gottfried Bechtold hat bereits ebenso zugesagt wie Uwe Jäntsch, mit der Malerin Alexandra Wacker (aus Bregenz stammend) und der Objekt- und Performance-Künstlerin Ona B. sind zwei Österreicherinnen dabei, die im Spitzenfeld rangieren. Arbeiten von Heinz Greissing hat sich Koller bereits gesichert, mit Wolfgang Flatz ist er gerade ebenso in Verhandlungen wie mit Vertretern der Gegenwartskunst aus Liechtenstein, der Schweiz und Süddeutschland.

Wer die Aktionen und Ausstellungsprojekte von Gregor Koller in den letzten Jahren mitverfolgt hat, der weiß erstens, dass er zwischen Konzepterstellung und Verwirklichung meistens nicht viel Zeit verstreichen lässt, und zweitens, dass seine Arbeiten von einer gewissen Nachhaltigkeit gekennzeichnet sind. Nach seinem Einschreiten im Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis vor einigen Jahren steht dieses beispielsweise im Sommer nicht mehr leer und seine Open-Air-Ausstellungen im Arlberggebiet haben weite Kreise gezogen. Dies gilt nun auch für den auf knapp tausend Metern Meereshöhe liegenden „Hor(s)t­
der Kunst“. Nachdem Thomas D. Trummer, der neue Direktor des Kunsthauses Bregenz, die Greifvogel-Anlage bzw. Adlerwarte am Pfänder besichtigt hatte, bekundete er den Wunsch, die 18 Volieren ebenso bespielen zu wollen bzw. mit Koller zu kooperieren.

Ausstellung mit Fortsetzung

Vorerst soll die „freie Kunst am Pfänder“ (wie Gregor Koller sein jüngstes Kind ebenfalls nennt) bereits Mitte Juni dieses Jahres an den Start gehen. Die Finanzierung soll über private Sponsoren aus Österreich, Liechtenstein, der Schweiz und Deutschland laufen. Im Gespräch mit den VN gibt sich der Galerist zuversichtlich, dass der noch offene Teil der Summe aufgetrieben werden kann. Sehr positiv beurteilt er auch das Besucherinteresse für derartige Höhenflüge sowie die mit Ferdinand Kinz, dem Besitzer der Anlage, bereits besprochene Nutzung des Geländes in den nächsten zwei bis fünf Jahren.

Das Gelände ist fantastisch, die Arbeiten der Künstler sollen hier bei freiem Eintritt zugänglich sein.

Gregor Koller