Christa Dietrich

Kommentar

Christa Dietrich

Noch mehr See-Kunst

Kultur / 30.05.2016 • 21:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Sollte es Menschen geben, die in der zweiten Juni-Hälfte an den Lago d’Iseo in Oberitalien pilgern, um – vielleicht mit Wehmut, weil am Bodensee ein solches oder ähnliches andiskutiertes Projekt nicht zustande kam – auf den schwimmenden Stegen zu wandeln, mit denen sich Verpackungskünstler Christo nach langer Absenz wieder in die Schlagzeilen bringt, darf auf ein weiteres See-Kunst-Stück hingewiesen werden. Die nun im Zweijahresrhythmus an verschiedenen Orten in Europa stattfindende Manifesta hat zwar nicht den Rang einer Venedig-Biennale oder einer Kasseler documenta, zu übersehen ist sie dennoch nicht.

Das letzte Mal von Kaspar König, dem ehemaligen Direktor des Museums Ludwig in Köln geleitet (dessen Nachfolger bekanntermaßen der Ex-KUB-Direktor Yilmaz Dziewior geworden ist), verantwortet heuer Christian Jankowski die Schau.

 

Sie findet dieses Mal in der Region, nämlich ab 11. Juni in Zürich, statt und hat unter anderem ebenfalls einen äußerst wässrigen Schauplatz, nämlich eine schwimmende Plattform auf dem See. Andere Ausstellungslokale sind etwa der legendäre Dada-Gründungsort, das Cabaret Voltaire in der Spiegelgasse. Die Suche nach Österreichern in der Teilnehmerliste ist zwar ernüchternd, aber immerhin, man findet den Namen Swetlana Heger bei der historischen Schau. Die Tschechin hat lange Zeit in Bregenz gelebt, war mehrmals in den Ausstellungen der Berufsvereinigung vertreten und wurde im Jahr 2009 mit dem Internationalen Kunstpreis des Landes Vorarlberg ausgezeichnet.

Danach hörte man weniger von ihr, was sich nun ja wieder ändert. „What people do for money?“ lautet der Titel der aktuellen Manifesta, „What some girls do for money?“, lautete einmal die zentrale Frage in einer ihrer Arbeiten. Das war geradezu vorausahnend.

christa.dietrich@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-225