Mischung aus Dramatik und Humor

Kultur / 12.07.2016 • 18:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im Mittelpunkt von „Toni Erdmann“ stehen Winfried und seine entfremdete Tochter.  Foto: Filmladen
Im Mittelpunkt von „Toni Erdmann“ stehen Winfried und seine entfremdete Tochter. Foto: Filmladen

In Cannes wurde „Toni Erdmann“ bejubelt. Nun kommt die Tragikomödie ins Kino.

Komödie. Wie toll wäre es, manchmal jemand anderer zu sein, Dinge zu tun, die man sich sonst nie trauen würde, ausbrechen aus den Konventionen und selbst auferlegten Pflichten. Würde das wirklich Freiheiten schaffen? Oder doch nur andere vor den Kopf stoßen und verletzen? Genau dies ist eines der Themen, mit denen sich die deutsche Regisseurin Maren Ade in ihrem Film „Toni Erdmann“ beschäftigt: eine Tragikomödie über einen Vater und seine entfremdete Tochter – klug, komplex, berührend, tief traurig, etwas überdreht und wahnsinnig komisch.

Im Mittelpunkt stehen Winfried und Ines. Er ist ein lebenslustiger Musiklehrer, mit ausgeprägtem Hang zum Scherzen, der sein Spaßgebiss immer in der Brusttasche parat hat. Schon die erste Szene mit ihm verdeutlicht seinen schrägen Humor und dass er sich selbst nicht zu wichtig nimmt. Viel nüchterner sieht dagegen die Welt von Ines, Ende 30, aus. Sie ist erfolgreiche Unternehmensberaterin für einen großen Konzern und trimmt andere Unternehmen auf Effizienz. In der von Männern dominierten Welt will sie sich bei einem Projekt in Rumänien beweisen und weiter Karriere machen.

Da platzt dann aber Winfried hinein. Sein Hund ist gestorben, und er sucht die Nähe zu seiner ihm fremd gewordenen Tochter. Der passt das allerdings gar nicht, es kommt zum Eklat, und Winfried reist scheinbar ab, um dann als Toni Erdmann verkleidet wieder zurückzukommen: schiefe Zähne, zauselige Perücke, Jutebeutel über der Schulter und ein lautes Lachen.

Getragen wird „Toni Erdmann“ dabei von den beiden herausragenden Hauptdarstellern. Die Deutsche Sandra Hüller und der Österreicher Peter Simonischek, beide profilierte Theaterschauspieler, verkörpern dieses Tochter-Vater-Duo so natürlich, dass man ihnen noch so abstruse Entwicklungen abnimmt.

Filminfos

» Regie: Maren Ade

» Hauptdarsteller: Peter Simonischek, Sandra Hüller, Michael Wittenborn, Thomas Loibl

» läuft ab 15. Juli im Kino