Mit vielen Paraderollen die Herzen erobert

19.07.2016 • 18:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ossy Kolmann als Habakuk an der Josefstadt. Foto: APA
Ossy Kolmann als Habakuk an der Josefstadt. Foto: APA

Schauspieler und Publikumsliebling Ossy Kolmann ist 88-jährig gestorben.

Wien. Wie heißt’s im Lotto? Alles ist möglich!“ So lautete das vorabendliche Fernsehversprechen, in die Kamera gezwinkert von Ossy Kolmann, Kultfigur, jahrzehntelang führender Operetten-„Strizzi“ der heimischen Bühnen und vielfach geehrter Publikumsliebling. Am Montag ist Kolmann 88-jährig gestorben. Mit österreichischen Paraderollen in Werken Nestroys, Raimunds sowie als Fernsehstar spielte er sich seit 1951 in die Herzen des Publikums.

Sein Bühnendebüt gab er 1951 beim Kabarett „Wiener Werkel“. 1958 kam er in das legendäre „Simpl“-Ensemble von Karl Farkas und mit der TV-Sendung „Bilanz des Monats“ ins Fernsehen. Nach Gastspielen am Operettenhaus Hamburg, am Theater an der Wien, am Wiener Volkstheater und dem Raimundtheater wurde er 1973 Mitglied des Volksopern­ensembles, wo er nahezu das gesamte Operettenrepertoire seines Fachs abdeckte. 1993 wechselte der Schauspieler ans Theater in der Josefstadt.

„Schmähbruder“

Neben seiner starken Bühnenpräsenz wurde Kolmann vor allem in Fernsehproduktionen zur Kultfigur. Seine meisterliche Beherrschung des typischen Wiener Humors machte den privat eher scheuen Schauspieler zur Idealverkörperung des „Strizzis“ und des „Schmähbruders“, der problemlos sowohl ins „weiße Rössl“, als Ober in den „Seniorenclub“ als auch zu „Tohuwabohu“ passte. Aber auch seine Stimme ist wohlbekannt: Als „Herr Montag“ aus der Radio-Sendung „Autofahrer unterwegs“ war der Kabarettist, Schauspieler, Sänger und Komiker ebenso zu hören wie auf zahlreichen Schallplatten.