Wagner-Festival mit Holperern vor dem Start

21.07.2016 • 21:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bayreuth. Ursprünglich sollte der Skandal-Künstler Jonathan Meese den neuen „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen inszenieren. Doch nach seinem Rauswurf übernahm Uwe Eric Laufenberg die Aufgabe. „Ich bin großer Wagner-Fan und beschäftige mich, seitdem ich in die Oper gehe – also sagen wir, seit ich 15 war – mit diesen Stücken. Da hat man natürlich den Wunsch, die irgendwann mal zu machen“, erklärte er.

„Es geht nicht um den Islam“

Zur Einschätzung, dass sein Konzept islamkritisch sei und dass es auch deshalb verschärfte und für die Mitarbeiter einschränkende Sicherheitsvorkehrungen rund um das berühmte Festspielhaus gebe, sagte er Folgendes: „Da kann mir aber keiner erzählen, dass das irgendwas mit mir zu tun hat. Das Label ,islamkritisch‘ ist vielleicht dadurch in die Welt gekommen, dass ich zuletzt in Wiesbaden die .Satanischen Verse‘ herausgebracht habe. Das eine hat mit dem anderen aber nichts zu tun – außer, dass der Islam auch eine monotheistische Religion ist und auch im ,Parsifal‘ kurz vorkommt. Man könnte den zweiten Akt in Richtung Islam denken – trotzdem geht dieses Stück nicht um den Islam, es geht ums Christentum. Wenn wir in einer offenen Gesellschaft leben wollen, wird es die absolute Sicherheit nicht geben. Die Statistik sagt, dass es viel wahrscheinlicher ist, bei einem Autounfall ums Leben zu kommen als bei einem Terroranschlag. Die Furcht vor dem Terroranschlag ist also – auch in Zeiten, in denen sie gerechtfertigt ist – viel zu groß und wird von der Gesellschaft viel zu hochgezogen.“

Die Premiere vom „Parsifal“ findet am 25. Juli statt.