Von Bayreuth in die Arlbergregion

22.07.2016 • 20:53 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Christopher Ventris (links) als Manolios in der Martinu-Oper „Griechische Passion“ bei den Bregenzer Festspielen. Foto: APA
Christopher Ventris (links) als Manolios in der Martinu-Oper „Griechische Passion“ bei den Bregenzer Festspielen. Foto: APA

Christopher Ventris singt auch beim Lech Classic Festival den Siegmund in der „Walküre“.

Lech. (VN) Opernfeinspitze wissen mit Sicherheit noch, dass der einstige Intendant Alfred Wopmann für Puccinis „La Bohème“ Ende der 1990er-Jahre auf der Bregenzer Seebühne jenen Rolando Villazon engagierte, der sich daraufhin in die Riege der Superstars sang. Zur selben Zeit erfolgte im Festspielhaus die Wiederentdeckung der Oper „Griechische Passion“ von Bohuslav Martinu in der Regie des Wopmann-Nachfolgers David Pountney. Einer, der sich noch gut an die interessante Produktion erinnern kann, ist der Tenor Christopher Ventris, den die Arbeit als Hirte Manolios – damals als gerade aufsteigender Sänger – „restlos fasziniert“ hat.

In diesem Sommer kommt Christopher Ventris erneut nach Vorarlberg. Jene Partie, die er bei den Festspielen in Bayreuth singt, nämlich die des Siegmund in der Oper „Die Walküre“ von Richard Wagner, wird er am 6. August auch im Rahmen des mittlerweile fünften Lech Classic Festivals darbieten. Das hört sich etwas wagemutig an, denn die Aufführungen finden in der Neuen Kirche in Lech statt, die vor einem eher kleinen Podium rund 400 Besuchern Platz bietet. Die Erfahrungen in den letzten Jahren haben aber gezeigt, dass das Projekt gut funktioniert. Die eher trockene Akustik sei, wie Ventris im Vorfeld übermittelt, kein Problem, sie könne bei den Proben ausgelotet werden. Der Tenor wird dabei durchaus konkret: Er habe nicht vor, die Stimme stark zurückzunehmen, das würde nämlich bedeuten, den Stimmfluss und das Timbre zu verändern, und das wolle er nicht.

Mit Spannung

Mit Spannung lässt er sich auf die reduzierte Orchesterfassung des Engländers Francis Griffin ein. Dass ihn möglicherweise neue Klangfacetten durch die Bearbeitung aus dem Konzept bringen, das glaubt er nicht. Erstens habe er die Partie derart verinnerlicht, dass ihn nicht einmal ein schlechter Korrepetitor aus der Ruhe bringen könnte, und zweitens sei der Arrangeur bei den Proben dabei, um kleine Korrekturen vorzunehmen.

Die Partie der Sieglinde übernimmt Linda Watson, und auch als Hunding tritt mit Ain Anger ein weiterer berühmter Wagner-Interpret auf. Am Pult des eigens gegründeten Festivalorchesters steht Tetsuro Ban.

Das Lech Classic Festival findet vom 2. bis 6. August statt. Die Aufführung aus Wagners Oper „Die Walküre“ erfolgt am 6. August.