„Romeo und Julia“ bleiben nicht nur in den Köpfen

Kultur / 26.07.2016 • 19:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Romeo und Julia“ in vertauschten Rollen mit Michaele Spänle und Phi­lipp Scholz auf dem Muttersberg.  Foto: VN/Bernd Hofmeister
„Romeo und Julia“ in vertauschten Rollen mit Michaele Spänle und Phi­lipp Scholz auf dem Muttersberg.  Foto: VN/Bernd Hofmeister

„Shakespeare am Berg“ ist so anziehend, dass man noch mehr als einen Zweijahresrhythmus wagt.

Bludenz. (VN-cd) Der Schauspieler übernimmt den weiblichen Part und die Schauspielerin den männlichen – dass ein solches Konzept erstens aufgeht und zweitens auf viel Akzeptanz stößt, war nicht von vornherein abzusehen, doch Thomas A. Welte und sein Team haben überzeugt. Seit der Premiere Mitte Juli ist die Begeisterung nie abgerissen, die „Romeo und Julia“-Produktion auf dem Muttersberg in Bludenz erweist sich als Publikumsmagnet. Abgesehen davon, dass das von Regisseur Thomas A. Welte gemeinsam mit Benjamin Obholzer gegründete Unternehmen „Shakespeare am Berg“ nach dem Start mit „Macbeth“ im Sommer 2015 grundsätzlich auf mehrere Jahre angelegt war, entschied man, das berühmte Liebesdrama definitiv einen weiteren Sommer auf dem Programm zu lassen. Nicht nur das Stück, in dem es um die alle Grenzen und Feindschaften überwindende Liebe geht, lässt es, so die Verantwortlichen, zu, den schauspielerischen Leistungen und der Umsetzung des bearbeiteten Textes attestiert man Zugkraft.

Angebot wird erweitert

Und gerade weil die Übewindung von Hass bzw. der Mechanismen der Gewalt, die sich in diesem 400 Jahre alten Stück zeigen, ein so großes und aktuelles Thema ist, will die Bludenzer Kultur GmbH die Freiluftaufführungen auf dem Muttersberg in Zukunft mit einem umfangreichen Rahmenprogramm ergänzen, das an verschiedenen Orten im Stadtzentrum angeboten wird. Geschäftsführerin Ulrike Dirnbauer denkt etwa an Formate, die weitere Aspekte aus dem Schaffen Shakespeares bzw. „Romeo und Julia“ mit den verfeindeten Familien vermitteln, oder auch an Werke von Autoren, die sich auf Shakespeare beziehen. Mit „Shakespeare am Berg“ soll Bludenz über mehrere Wochen auch ein wenig den Charakter einer Festivalstadt bekommen. In der Arena am rund 1400 Meter hohen Muttersberg finden derzeit rund 500 Besucher Platz. Eine Ausweitung der Kapazität wäre möglich, die will man sich aber gut überlegen, vorerst gehe es, so Dirnbauer, um die breite Auseinandersetzung mit den Inhalten der Stücke.

Dem angeblich bedrohlich Fremden wird hier die Dynamik und Kraft der Liebe entgegengehalten.

Thomas A. Welte

Nächste Aufführung am 28. Juli, weitere Aufführungen in der Bergarena am Muttersberg bis 6. August: www.shakespeareamberg.at