Üppiges Potpourri aus schrulligen Figuren

29.07.2016 • 17:25 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Roman. „Es braucht nicht viel, um einen Menschen zum Tier zu machen“, lässt Donald Ray Pollock eine Figur in seinem neuen Buch „Die himmlische Tafel“ sinnieren. Der zweite Roman des US-Autors wartet mit einer Fülle solcher Menschen auf, manche vom Schicksal getrieben, andere von Grund auf böse, andere auf der Suche nach Erlösung. Und die „findet man an den merkwürdigsten Orten“, wie Pollock schreibt.Der 62-jährige Schriftsteller hat nach seiner dunkelgrauen Kurzgeschichtensammlung „Knockemstiff“ und seinem brillanten wie düsteren Romandebüt „Das Handwerk des Teufels“ ein üppiges Potpourri aus schrägen, schrulligen, brutalen und manchmal sogar liebenswerten, auf alle Fälle aber fast durchwegs tragischen Figuren zusammengestellt.

Mitunter mag man sich ein stärkeres Augenmerk auf die Jewetts und weniger Nebenrauschen wünschen. Aber anderseits macht die Fülle an illustren Figuren die Originalität des Buches erst aus.

Donald Ray Pollock: „Die himmlische Tafel“, aus dem Englischen von Peter Torberg,
Verlag liebeskind, 432 Seiten.