Geisterjagd mit Frauenpower

Kultur / 02.08.2016 • 18:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Melissa McCarthy, Kate McKinnon, Kristen Wiig und Leslie Jones gehen auf Geisterjagd.  Foto: AP
Melissa McCarthy, Kate McKinnon, Kristen Wiig und Leslie Jones gehen auf Geisterjagd. Foto: AP

30 Jahre nachdem das Original die Welt im Sturm erobert hat, kommen die Ghostbusters zurück.

Komödie. Gut 30 Jahre nach dem ersten Einsatz der Geisterjäger schlagen die „Ghostbusters“ wieder zu. Allerdings nicht mit grauen Haaren und mehr Falten im Gesicht. Anders als bei Hit-Fortsetzungen wie „Stirb Langsam“, „Mission: Impossible“ oder „The Expendables“ kommen die gealterten Jäger um Bill Murray und Dan Aykroyd dieses Mal nicht zum Zug.

Denn mit dem Tod von Hauptdarsteller und Drehbuchautor Harold Ramis im Februar 2014 mussten „Ghostbusters“-Fans ihre Hoffnungen auf die Rückkehr der bewährten Truppe mit einem Riecher für paranormale Phänomene begraben.

Hetze gegen den Film

Freie Fahrt also für ein neues Team – ohne Testosteron, mit reiner Frauenpower. Eine geniale Idee, dachten sich die Macher in Hollywood, wo gewöhnlich ein Mangel an guten Frauenrollen beklagt wird. Doch bei den Fans kam das nicht immer gut an: Mit der Frauenbesetzung handelten sich Komödienregisseur Paul Feig („Brautalarm“) und seine Stars wie Kristen Wiig und Melissa McCarthy in den sozialen Medien Hasstiraden und eine regelrechte Hetze gegen den Film ein.

Dabei macht das Frauenteam seine Sache gar nicht schlecht. McCarthy ist Abby, eine zupackende Expertin für paranormale Phänomene. Wiig mimt ihre frühere Schulfreundin Erin, die sich als ernstzunehmende Physikerin versucht. Kate McKinnon, alias Holtzmann, ist die Tüftlerin, die das Team mit Strahlenkanonen, Protonenpacks und Geisterfallen versorgt – das blonde Pendant zum Waffenbastler „Q“ von James Bond. Vierte im Bund ist die schwarze Komikerin Leslie Jones als Bahnangestellte Patty, die in einem U-Bahnschacht Geister sieht und sich kurzentschlossen dem Trio anschließt.

Ganz im Stil der Kammerjäger für Gespenster in den Kultfilmen von 1984 und 1989 (Regie Ivan Reitman) trägt nun die weibliche Spezialtruppe den Kampfanzug, schnallt die Protonenrucksäcke an und jagt die Dämonen durch New York. Sogar die Stelle an der Rezeption der Privatfirma für Geisterbekämpfung wird wieder besetzt. Die einst von Annie Potts gespielte „Ghostbusters“-Sekretärin ist nun männlich, blond und etwas dumm – „Thor“-Darsteller Chris Hemsworth hat in dem Reboot mit der Frauenpower seinen Spaß.

Witzige Unterhaltung

Der Film mag keinen Kultstatus erreichen, witzige Unterhaltung ist er allemal. Die Geisterjägerinnen verdienen auch nicht die Kritik in den sozialen Netzwerken, dass Männer für die Rollen besser gewesen wären.

Neben Feig wies auch McCarthy die Anfeindungen zurück. „Ich dachte nur: Ernsthaft? Ist das immer noch ein Thema? Es ist ein Film.“ Hauptdarstellerin Jones schloss wegen rassistischer und beleidigender Kommentare sogar kurzzeitig ihr Twitter-Konto.

Filminfos

» Regie: Paul Feig  
» Hauptdarsteller: Melissa McCarthy, Kristen Wiig, Kate McKinnon, Leslie Jones, Chris Hemsworth, Andy Garcia

» läuft ab 4. August im Kino