Kurz, klug und sehr aussagekräftig

Kultur / 15.08.2016 • 18:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bester internationaler Film ist „Die Badewanne“. FotoS: Alpinale
Bester internationaler Film ist „Die Badewanne“. FotoS: Alpinale

Die Alpinale lockte über tausend Filmfans auf den Ramschwagplatz. Siegerfilme behandeln spannende Themen.

Nenzing. Um alle 800 eingereichten Filmproduktionen aus 74 Ländern zu sehen, würde man acht volle Tage und Nächte benötigen. Für das Wettbewerbsprogramm wurden im Vorfeld deshalb 30 internationale und vier regionale Filme ausgewählt. Wie bereits im vergangenen Jahr hatten die Jury und das Publikum einen gemeinsamen Favoriten. Der Film „Balcony” von Toby Fell-Holden erhielt sowohl den Preis der Jury als auch den Publikumspreis. Tina, ein mit Problemen belasteter Teenager, fühlt sich zu dem afghanischen Mädchen Dana hingezogen. Von Tina erfahren wir, dass Danas drogenabhängiger Vater seiner Tochter Gewalt antut. Anfangs vertrauen wir Tina und bewundern, wie sie Dana in der Schule und der Siedlung, wo die Gewaltbereitschaft hoch ist, beschützt. Aber je enger die Freundschaft der beiden wird, umso stärker wird der Verdacht, dass etwas nicht stimmt. Die Produktion macht sichtbar, wie kulturelle Unterschiede den Blick auf die Realität in der Gesellschaft versperren können. „Die Badewanne“ von Tim Ellrich (Deutschland/Österreich) zog Zuschauer und Jury mit Witz in seinen Bann und erhielt ebenfalls ein Goldenes Einhorn. Wer die VN-“Nostalgiegalerie“ kennt, ist mit dem Thema vertraut: Der Film spiegelt Geschwisterbeziehungen wider. Drei Brüder bereiten ein besonderes Geschenk für ihre Mutter vor und stellen ein Badewannenbild aus ihrer Kindheit fotografisch nach. Die Deutsche Sophie Linnenbaum überzeugte mit ihrem Hochschulfilm „[Out of Fra]me”. Auf sehr humorvolle und innovative Weise erzählt sie vom Phänomen der Verwerfungen. Auch der deutsche Animationsfilm „Dissonance” von Till Nowak (Deutschland) wurde ausgezeichnet.

Plattform für Vorarlberger

Die „v-shorts”-Kategorie existiert seit zehn Jahren. Damit schafft die Alpinale auch eine Plattform für Filmemacher aus der Region. In einer Kurzfilmnacht wurden vier Favoriten nominiert. Die Alpinale-Jury hat sich nun für „Det er her” von Moritz Sonntag entschieden. Es ist das Porträt einer Frau in Norwegen und ihrer Beziehung zu ihren Schlittenhunden. Die Dokumentation wärmt das Herz, während man die faszinierenden Bilder von Schnee und Eis bestaunt.

Sieger in der Kategorie „v-shorts“ ist „Det er her” von Moritz Sonntag.
Sieger in der Kategorie „v-shorts“ ist „Det er her” von Moritz Sonntag.

Die Preisträger

Preis der Jury/Publikumspreis: „Balcony“ (Toby Fell-Holden, Großbritannien)

International: „Badewanne“ (Tim Ellrich, Deutschland/Österreich)

Lobende Erwähnung International: „Jay amongst men“ (Zeno Graton, B/F)

Hochschule: „[Out of Fra]me“ (Sophie Linnenbaum, Deutschland)

Lobendende Erwähnungen Hochschule: „Grandma’s Day“ (Miłosz Sakowski, Polen)

Animation: „Dissonance“ (Till Nowak, Deutschland)

v-shorts: „Det er her“ (Moritz Sonntag, Norwegen/Österreich)

Das nächste Alpinale-Filmfestival findet vom 8. bis 12. August 2017 in Nenzing statt.