Auch mit den Jungen nur Vollgültiges

19.08.2016 • 20:23 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Direktor Michael Diem und Präsident Hans-Peter Metzler mit Intendantin Elisabeth Sobotka.  Foto: VN/Steurer
Direktor Michael Diem und Präsident Hans-Peter Metzler mit Intendantin Elisabeth Sobotka.  Foto: VN/Steurer

Das Schauspiel muss nicht unbedingt deutschsprachig sein und die Symphoniker spielen Wagner.

Bregenz. (VN-cd) „Carmen“ auf dem See, „Moses in Ägypten“ im Haus und die Uraufführung von „To the Lighthouse“ stehen für den Sommer 2017 schon einmal fest, ein Schauspiel könnte ziemlich sicher hinzukommen.

Es wurde gerade bekundet, dass die Festspiele finanziell gut dastehen. Im nächsten Jahr wird es neben den großen Projekten auf jeden Fall eine Opernuraufführung geben. Was gibt es noch?

Sobotka: Man darf nicht vergessen, dass wir mit den Einnahmen noch andere Dinge finanzieren können, müssen oder dürfen. Es steht an, das BOA-System (Anmerkung: das Akustik-System auf der Seebühne) weiterzuentwickeln. Es ist nicht so, dass ich das ganze Geld ausgeben darf, sondern dass wir sehr viel ins Haus investieren müssen, aber wir stehen finanziell gut da und natürlich möchte ich das in einem möglichst umfangreichen Programm abbilden.

Nur weil es einmal quasi zum Programm gehörte, muss ja kein Schauspiel dabei sein, aber werden Sie bei einem reinen Musik- und Musiktheaterfestival bleiben oder möchten Sie das Sprechtheater etwa neben „Carmen“ oder „Moses in Ägypten“ wieder dabei haben?

Sobotka: Ich hoffe, dass es Platz haben wird. Ich finde nicht, dass es dabei sein muss, aber ich konzipiere das Programm nach Kontexten und da liegt es wohl auf der Hand, dass es eine zusätzliche Bereicherung wäre. Die Bibel ist beispielsweise wohl der größte literarische Wurf, auch wenn wir nicht genau wissen, wer sie geschrieben hat.

Das heißt, es wäre ein Stück, dass die Themen vertieft. Sehen Sie sich in Österreich oder in Deutschland nach einem Ensemble um?

Sobotka: Ich blicke in der Welt herum und möchte nicht einmal sagen, dass es deutschsprachig sein muss.

Nach „Cosi fan tutte“ und „Don Giovanni“ fehlt mit „Le nozze di Figaro“ noch eine Mozart-Da-Ponte-Oper, die 2017 auch auf dem Programm steht. Führen Sie das Opernstudio weiter, welche Werke sind danach vorgesehen?

Sobotka: Das Opernstudio wird auf alle Fälle weitergeführt. Am Entwickeln sind wir noch, ob es wieder eine Serie sein wird, fest steht aber auf jeden Fall, dass wir ein großes, ernst zu nehmendes Stück zeigen werden. Ich möchte mit den jungen Sängern keine Projekte machen, sondern nur vollgültige Aufführungen.

Wird der musikalische Partner das Symphonieorchester Vorarlberg sein?

Sobotka: Ja.

Das Orchesterprogramm steht bereits. Mit Wagner bzw. dem 1. Akt der „Walküre“ ist etwas Spezielles dabei. Was hat zu diesem Programmpunkt geführt?

Sobotka: Dass Wagner ganz fehlt. Mein Vorgänger hatte einmal vor, den „Ring“ zu portionieren. Für unsere Orchester ist es eine riesige Herausforderung, Wagner zu spielen. Sie können das auch nicht an vielen Orten tun. Ich finde es großartig, dass wir einen Aspekt des Musiktheaters im Konzert präsentieren können.

Es gibt Festspielbesucher, die Sorge haben, dass sie die neue Intendantin bald wieder verlieren könnten. Wie gefällt es Ihnen in Bregenz?

Sobotka: Sehr. Ich fühle mich nicht nur angekommen, sondern auch angenommen. Man spürt, dass wir ein sehr gutes Team sind.