Erstling mit immenser Aussagekraft

19.08.2016 • 16:53 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

roman. Die 29-jährige Autorin und Filmemacherin Iris Blauensteiner legt mit „Kopfzecke“ einen beeindruckenden Erstling vor, dessen Lektüre bewegt und verblüfft – nicht zuletzt durch immense sprachliche Gestaltungs- und Aussagekraft. Der Plot verführt zum voreiligen Aha-Erlebnis: Eine Tochter nimmt Abschied von ihrer demenzkranken Mutter. Aha, denkt man, da lässt Arno Geigers alter König in seinem Exil grüßen. Doch der Vergleich ist völlig entbehrlich: Blauensteiner entwickelt eine eigenständige, auch stilistisch auf eigenständige Weise entwickelte Geschichte, in vielen kurzen prägnanten Episoden, Dialogen, Bildern, Träumen, Momentaufnahmen, Rückblenden, geradezu wie ein atmos­phärisch dichtes filmisches Puzzle.

Iris Blauensteiner: „Kopfzecke“, Verlag Kremayr & Scheriau,
174 Seiten.