Walter Fink

Kommentar

Walter Fink

Jetzt ist die Kirche gefragt

19.08.2016 • 19:02 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

In jüngerer Zeit häufen sich die Leserbriefe zur Neugestaltung der Wallfahrtskirche Bildstein. Die Gegner der Neuplanung bringen sich wieder einmal lauthals in Stellung, auch wenn ihre Argumente inzwischen nicht besser geworden sind. Aber die von der katholischen Kirche Anfang des Jahres verordnete „Nachdenkpause“ geht zu Ende, und so soll jetzt wohl einem neuerlichen Anlauf, die neue Gestaltung von Architekt Christian Lenz umzusetzen, ein Riegel vorgeschoben werden.

Und das, obwohl sich sowohl die Jury bei dem für den Umbau ausgeschriebenen Architekturwettbewerb als auch der Pfarrgemeinderat einstimmig für das Projekt von Lenz ausgesprochen haben. Auch Pfarrer Paul Burtscher hat gemeint, er sei von den Renovierungsplänen überzeugt. Gleich wichtig sei ihm allerdings, dass der Friede in Bildstein erhalten werde.

 

Die Nachdenkpause, so ließ die Diözese verlauten, sei ein guter Prozess gewesen. Mich würde interessieren, wie man in Feldkirch zu dieser Ansicht kommt. Inzwischen hat sich nämlich gar nichts geändert, denn auf der einen Seite ist das Ergebnis von Jury und Pfarrgemeinderat aufrecht, auf der anderen steigen die Gegner, die das alte Kirchenbild beibehalten wollen, erneut in den Ring. Härter sogar als vorher.

Denn inzwischen fordern sie die Pfarre Vandans auf, auf die Barockaltäre, die in Bildstein nur leihweise stehen, zu verzichten. Pfarrer Hans Tinkhauser will die geliehenen Altäre aber wieder zurückhaben. Was die streitbaren Gegner nicht weiter interessiert.

 

Es hat sich also seit Anfang des Jahres nicht wirklich etwas getan, die Fronten sind so verhärtet wie damals – wenn nicht noch mehr. Es scheint damit endlich an der Zeit, dass die höchsten Vertreter der Diözese Farbe bekennen. Denn auch in der Kirche sollte das demokratische Recht gelten. Und wenn von der Diözese und der Pfarre eingesetzte Vertreter wie eine Jury und ein Pfarrgemeinderat etwas entscheiden, dann muss das Gültigkeit haben. Vor allem dann, wenn der Entwurf zur Umgestaltung von solcher Qualität wie jener von Architekt Christian Lenz für Bildstein ist. Also: Bischof Benno Elbs und Generalvikar Rudl Bischof mögen endlich ihre Stimme erheben und dem unseligen Streit ein Ende machen. Auf dass in Bildstein ein schönes, der Zeit entsprechendes Gotteshaus erstehen möge – mit dem Gnadenbild im Zentrum. Wie sich das gehört.

Auf dass in Bildstein ein schönes, der Zeit entsprechendes Gotteshaus erstehen möge – mit dem Gnadenbild im Zentrum.

walter.fink@vorarlbergernachrichten.at
Walter Fink ist pensionierter Kulturchef des ORF Vorarlberg.