Zwei Vorarlberger auf der Buchpreis-Longlist

Kultur / 23.08.2016 • 17:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hans Platzgumer tritt mit „Am Rand“ an. Foto: Steurer
Hans Platzgumer tritt mit „Am Rand“ an. Foto: Steurer

Mit Hans Platzgumer und Eva Schmidt haben gleich zwei Vorarlberger Chancen auf den Deutschen Buchpreis.

Frankfurt, Lochau. (VN-tag) Wie jedes Jahr haben Autoren und Verlage gebannt auf die Veröffentlichung der Longlist für den Deutschen Buchpreis gewartet. Am Dienstag hat der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die 20 Namen bekannt gegeben, die auf die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung hoffen dürfen. Mit dabei sind unter anderem der in Lochau lebende gebürtige Tiroler Hans Platzgumer (geb. 1969) und die in Bregenz lebende Autorin Eva Schmidt (geb. 1952).

„Freue mich riesig“

Von Platzgumer findet sich das Werk „Am Rand“ (Paul Zsolnay) auf der Longlist. „Als ich von der Nominierung erfahren habe, befand ich mich rein zufällig auf dem Bocksberg in Dornbirn, wo auch die Handlung des Buches spielt. Ich freue mich riesig über die Nominierung“, so Platzgumer gegenüber den VN. Der Schriftsteller und Komponist hat in vielen Teilen der Welt gelebt und eine Vielfalt von Veröffentlichungen produziert, darunter Dutzende Alben, Theatermusiken, sieben Bücher und zwei Opern.

Die vielfach ausgezeichnete Autorin Eva Schmidt ist mit „Ein langes Jahr“ (Jung und Jung) vertreten, welches ihr erstes Buch seit fast 20 Jahren ist. Sie hat neben Erzählungen insgesamt vier Bücher veröffentlicht. „Ich freue mich, dass mein Roman auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis steht, große Emotionen sind damit aber nicht verbunden. Das Spannungsfeld, das sich um einen neu entstehenden Text herum aufgebaut hat, ist aufregend genug. Es gilt abzuwarten, wer es auf die Shortlist schafft, ich würde es jedem gönnen“, erklärte Schmidt.

Mit Reinhard Kaiser-Mühlecker und Anna Weidenholzer sind außerdem zwei weitere Österreicher nominiert. Ebenfalls Österreichbezug weist Burg-Schauspieler Joachim Meyerhoff auf, der mit „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (Rowohlt Berlin), dem dritten Teil seiner Romanreihe, bei der Jury punkten konnte. Der heimische Jung und Jung-Verlag ist außerdem mit Dagmar Leupold und „Die Witwen“ vertreten.

„Ausgezeichneter Jahrgang“

Sie alle haben es mit prominenter Konkurrenz zu tun: Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff ist mit „Das Pfingstwunder“ (Suhrkamp) ebenso auf der Longlist vertreten wie Katja Lange-Müller („Drehtür“, Kiepenheuer & Witsch), die 2013 mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde.

Für Jurysprecher Christoph Schröder handle es sich um einen „ausgezeichneten Jahrgang“, hieß es in einer Aussendung. „Die diesjährige Longlist zeigt die große Bandbreite von Schreibweisen und Themen in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur auf.“

Shortlist im September

Sieben Jurymitglieder haben 178 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2015 und 20. September 2016 erschienen sind oder noch erscheinen. Bis 20. September wird aus den 20 Romanen eine sechs Titel umfassende Shortlist gewählt. Der Sieger wird am 17. Oktober, dem Abend vor Beginn der Frankfurter Buchmesse, bekannt gegeben.

2005 hatte der Vorarlberger Arno Geiger mit dem Roman „Es geht uns gut“ den ersten deutschen Buchpreis gewonnen.

Eva Schmidt ist mit „Ein langes Jahr“ vertreten. Foto: Verlag
Eva Schmidt ist mit „Ein langes Jahr“ vertreten. Foto: Verlag

Deutscher Buchpreis

Österrecher auf der Longlist

» Hans Platzgumer „Am Rand“ (Paul Zsolnay)

» Eva Schmidt „Ein langes Jahr“ (Jung und Jung)

» Reinhard Kaiser-Mühlecker „Fremde Seele, dunkler Wald“ (S. Fischer)

» Anna Weidenholzer „Weshalb die Herren Seesterne tragen“ (Matthes & Seitz Berlin)