Von Lindgren bis Ödön von Horvath

Kultur / 24.08.2016 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
„Pippi Langstrumpf“ wird am Landestheater mit viel Musik inszeniert. Foto: Reuters
„Pippi Langstrumpf“ wird am Landestheater mit viel Musik inszeniert. Foto: Reuters

Theaterherbst von West bis Ost: Suche nach Freiheit und
neuen, großen Welten.

Bregenz. (VN-tag) Die Suche nach Neuem treibt wohl jedes Theater an. Für die neue Saison haben sich viele Indendanten das Ziel gesteckt, neue, große Welten zu entdecken. Es kündigt sich jedenfalls ein abwechslungsreicher Theaterherbst an.

In Bregenz beginnt die mit insgesamt 16 Produktionen aufwartende Saison am Vorarlberger Landestheater musikalisch, steht doch am 22. September „Paradies oder nach Eden“ auf dem Programm. Die von Maja Haderlap und Nana Forte verfasste „musikdramatische Reprise“ bezieht sich unter anderem auf Hieronymus Boschs Triptychon „Der Garten der Lüste“. Regie bei diesem Auftragswerk führt der Triestiner Igor Pison, die musikalische Leitung übernimmt der Vorarlberger Benjamin Lack.

Herrndorf und Lindgren

In den Wochen darauf begegnet man auch der Bühnenversion von Wolfgang Herrndorfs Roman „Tschick“ (Premiere: 29. September) oder Molières „Der Geizige“, der in der Inszenierung von Heike Frank ab 8. Oktober zu sehen ist. Weiters folgen Peter Turrinis „Josef und Maria“ (4. November) sowie ein nicht nur für Kinder geeignetes Weihnachtsabenteuer mit „Pippi Langstrumpf“ nach Astrid Lindgren (27. November). Regie führt die deutsche Regisseurin Milena Paulovics.

Abwechslungsreich geht es auch in anderen Bundesländern zu. Die fünfte Spielzeit unter Intendant Johannes Reitmeier legt etwa am Tiroler Landestheater einen Fokus auf (Rock-)Oper und Musical. Aber auch das Sprechtheater erfährt mit Aufführungen von Shakespeares „Der Sturm“ seine Zuwendung. In Salzburg widmet man sich am Landestheater dem Motto „frei und gleich
geboren“,

was sich etwa in Homers „Ilias“ oder in Jonas Hassen Khemiris „Ungefähr gleich“ ausdrücken wird.

In Linz stehen die Zeichen auf Wechsel: Nach zehn Jahren unter Rainer Mennicken wird das Landestheater nun von Hermann Schneider geleitet, der seiner ersten Saison das Thema „Neue Welt“ voranstellt. Im Herbst wird Thomas Köcks „Paradies Hungern“ oder die „multimediale Versuchsanordnung für gläserne Bürger“ mit dem Namen „#1984“ zu erleben sein. 

Bregenzer Duo in Wien

Die erste Saisonpremiere in Wien findet bereits am 1. September statt: Im Theater in der Josefstadt inszeniert Herbert Föttinger die Uraufführung „Niemand“ von Ödön von Horvath. Darauf folgt Becketts „Endspiel“ im Akademietheater. Auf dem Programm im Burgtheater steht Goethes Drama „Torquato Tasso“. Im nächsten März wird außerdem das Bregenzer Duo Philipp Preuss (Regie) und Ramallah Aubrecht (Bühne) am Volkstheater Horvaths „Kasimir und Karoline“ umsetzen.