Reduzierte Formensprache war sein Markenzeichen

Kultur / 26.08.2016 • 21:24 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Ströhle hat ein facettenreiches Œuvre vorgelegt. 
Ströhle hat ein facettenreiches Œuvre vorgelegt. 

Der Vorarlberger Künstler Karl-Heinz Ströhle ist am Mittwoch überraschend verstorben.

Bregenz. (VN) Der Vorarlberger Objektkünstler und Maler Karl-Heinz Ströhle ist am Mittwoch während einer Wanderung im Silvretta-Gebiet überraschend verstorben. Der gebürtige Bregenzer (geboren 1957), der seit 30 Jahren in Wien lebte, schuf in Vorarlberg zahlreiche Werke im öffentlichen Raum, unter anderem für die Swisslife-Rentenanstalt in München, für Krankenhäuser in Salzburg und Dornbirn sowie die Passage zwischen dem Kunsthaus Bregenz und dem Vorarlberger Landestheater.

Facettenreiches Œuvre

Als Zeichner, Maler, Performance-, Objekt- und Medienkünstler zählte Karl-Heinz Ströhle zu den bekanntesten und wichtigsten Künstlern in der österreichischen Kulturlandschaft. Die multimediale Auseinandersetzung mit Linie und Raum zählte ebenso wie eine reduzierte Formensprache zu den Markenzeichen Ströhles. Stark ausgeprägt in seinem Werk war seine Beschäftigung
mit Kunst-am-Bau-Projekten. Ströhle hat, basierend auf der konsequenten Auseinandersetzung mit Linie und Raum, ein facettenreiches Œuvre vorgelegt. Mit Federstahlbändern hat der Künstler ein Material gefunden, mit welchem er Gemälde und fragil wirkende, bewegliche Objekte gestaltete. In seinen Arbeiten trafen Emotion auf Minimalismus, Konzept auf spielerische Spontanität und konkrete Ansätze auf abstrakte Formulierungen.

Lehrtätigkeit

Ströhle hat am Mozarteum in Salzburg und an der Universität für angewandte Kunst in Wien, bei Bazon Brock studiert. Nach Lehrtätigkeiten in Salzburg unterrichtete er seit 2005 die Klasse „Kunst und kommunikative Praxis“ an der Universität für angewandte Kunst Wien.

Erst kürzlich wurde Ströhle, der auch Teilnehmer des SilvrettAtelier war, mit dem Konstanzer Kunstpreis 2016 ausgezeichnet, den er Anfang Oktober entgegennehmen sollte.

Die Auseinandersetzung mit Linie und Raum zählte ebenso wie eine reduzierte Formensprache zu den Markenzeichen Ströhles.
Die Auseinandersetzung mit Linie und Raum zählte ebenso wie eine reduzierte Formensprache zu den Markenzeichen Ströhles.