Preisregen für „Queen Bee“

Kultur / 29.08.2016 • 19:08 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sängerin Rihanna, die während der Show vier Mal live auftrat, wurde mit stürmischem Applaus gefeiert. Fotos: Reuters
Sängerin Rihanna, die während der Show vier Mal live auftrat, wurde mit stürmischem Applaus gefeiert. Fotos: Reuters

Sängerin Beyoncé gewann bei den MTV Video Music Awards acht Trophäen. David Bowie posthum geehrt.

New York. Vor einem Jahr war es die Nacht von Taylor Swift und Miley Cyrus. Cyrus zog als rotzfreche Moderatorin der MTV Video Music Awards mit immer knapper werdenden Kostümen alle Blicke auf sich. Pop-Sternchen Swift war die strahlende Siegerin bei den Trophäen. Keine Spur von Cyrus und Swift, als in der Nacht zum Montag im New Yorker Madison Square Garden die Mondmänner-Trophäen des MTV-Senders verteilt wurden. Die beiden waren gar nicht erst nominiert.

Spektakuläre Showeinlage

Die neue Königin ist „Queen Bee“ Beyoncé. Die 34-jährige „Formation“-Sängerin zog mit elf Nominierungen ins Rennen und sahnte acht Preise, darunter auch „Video des Jahres“, ab. Mit einem fulminanten Medley ihres Hit-Albums „Lemonade“ stahl Be­yoncé allen die Show. Fast 20 Minuten lang fegte sie über die Bühne, mal in weißen Federn, mal in schwarzem Lack, das Publikum tobte. Es war auch ein politischer Auftritt, denn Beyoncé brachte neben Töchterchen Ivy (4) die Mütter von Männern wie Eric Garner und Trayvon Martin, prominente Opfer von Polizeigewalt, zu der Gala mit.

In „Formation“ thematisiert sie Rassismus und Polizeiwillkür gegen Schwarze. Zuletzt hatte die Sängerin, die sich seit Jahren gegen die Unterdrückung von Afroamerikanern engagiert, gemeinsam mit anderen Prominenten in einem Video die Polizeigewalt kritisiert und einen radikalen Wandel in der politischen Kultur der USA gefordert.

Es war aber nicht nur die Nacht von Beyoncé. Den Auftakt machte Rihanna, ganz in Pink, mit einer bunten Mischung von Hits wie „Don’t Stop The Music“ und „We Found Love“. Danach stand die 28-jährige R&B-Sängerin noch drei Mal live auf der Bühne, als müsste sie ihr ganzes Können beweisen. Belohnt wurde die aus Barbados stammende Sängerin („Work“) mit dem „Michael Jackson Video Vanguard Award“. Ein Sonderpreis für besondere Verdienste, der in Erinnerung an den Videoclip-Vorreiter Michael Jackson vergeben wird.

Rapper Drake (29), der zuvor mit „Hotline Bling“ den Preis für das „Beste Hip-Hop- Video“ gewonnen hatte, kam dann auch mit einer rührenden Liebeserklärung. Er erinnerte sich an die erste Zusammenarbeit mit Rihanna. Schon mit 22 Jahren habe er sich in sie verliebt, sagte Drake. „Ich schaue zu ihr auf, auch wenn sie jünger ist“, schwärmte er auf der Bühne, bevor er der sichtlich gerührten Sängerin die Trophäe überreicht.

Die US-amerikanische Pop-Rock-Band DNCE („Cake by the Ocean“) gewann den Mondmann als beste Nachwuchskünstler. Den besten Sommer-Song hatte in diesem Jahr nach Ansicht der Jury die Girlgroup Fifth Harmony aus den USA mit dem Titel „All in My Head“. David Bowie, der zu Beginn des Jahres an Krebs gestorben war, wurde posthum in der Kategorie „Art Direction“ für sein Lied „Blackstar“ ausgezeichnet. Das gleichnamige Album war Anfang des Jahres erschienen – wenige Tage vor Bowies Tod am 10. Jänner.

Kritik für Britney

Zum ersten Mal seit zehn Jahren trat Britney Spears (34) bei der Show wieder live auf. Sie präsentierte ihr Lied „Make Me…“ in gewohnter Playback-Art und erntete dafür einiges an Kritik. Das dreistündige Spektakel brachte auch Stars wie Kim Kardashian, den Rekord­olympiasieger Michael Phelps und die US-Turnerinnen um Simone Biles auf die Bühne.

MTV Video Awards

VIDEO OF THE YEAR (Video des Jahres): „Formation“, Beyoncé

BEST POP VIDEO: „Formation“, Beyoncé

BEST HIP-HOP VIDEO: „Hotline Bling“, Drake

BEST ROCK VIDEO: „Heathens“, twenty one pilots

BEST FEMALE VIDEO (Bestes Video einer Frau): „Hold Up“, Beyoncé

BEST MALE VIDEO (Bestes Video eines Mannes): „This Is What You Came For“, Calvin Harris feat. Rihanna

BEST COLLABORATION (Beste Zusammenarbeit): „Work From Home“, Fifth Harmony feat. Ty Dolla Sign

BEST ELECTRONIC VIDEO: „How Deep Is Your Love“, Calvin Harris & Disciples

BEST ART DIRECTION: „Blackstar“, David Bowie

BEST CINEMATOGRAPHY: „Formation“, Beyoncé

BEST CHOREOGRAPHY: „Formation“, Beyoncé

BEST EDITING: „Formation“, Beyoncé

BEST VISUAL EFFECTS: „Up&Up“, Coldplay

BEST DIRECTION (Beste Regie): „Formation“, Beyoncé

BEST NEW ARTIST (Nachwuchspreis): DNCE

BREAKTHROUGH LONG FORM VIDEO: „Lemonade“, Beyoncé

SONG OF SUMMER: „All In My Head“, Fifth Harmony featuring Fetty Wap

EHRENPREIS (Preis in Erinnerung an Videoclip-Vorreiter Michael Jackson – „Michael Jackson Video Vanguard Award“): Rihanna