Zurück zu den Hip-Hop-Wurzeln

09.09.2016 • 17:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Phil Fin (l.) und der DJ King melden sich zurück. 
Phil Fin (l.) und der DJ King melden sich zurück. 

Vorarlberger Hip-Hop-Band „Penetrante Sorte“ meldet sich mit neuen Songs zurück.

Schwarzach. (VN-tag) „Penetrante Sorte“ steht für Vorarlberger Mundart-Rap. Der Song „V-Style“, eine humorvolle Abrechnung mit dem Vorarlberger Lebensstil, avancierte 2010 mit Tausenden von YouTube-Klicks zur neuen Vorarlberger Landeshymne. Nun meldet sich die Kultformation mit der neuen EP „Ghörig“ zurück. Der in Wien lebende Vorarlberger Phil Fin und der Wiener DJ King sorgen auf ihrem fünften gemeinsamen Werk wieder für dialektlastigen Rap und lassen dabei das Klangbild des Hip-Hop der 1990er-Jahre aufleben.

Die erste Singleauskopplung „Ghörig“ wurde im April veröffentlicht. Jetzt folgt die EP. Worauf darf man sich freuen?

Orsingher: Das ist die erste CD, auf der ich ausschließlich im Vorarlberger Dialekt rappe. Sonst war es immer eine Mischung aus Hochdeutsch und Mundart.

Warum der Titel „Ghörig“?

Orsingher: Auf dem Album finden sich „ghörige“ Beats und „ghörige“ Raps – einfach Hip-Hop, wie wir ihn für gut empfinden. Im Song selber geht es dann eher um die Mentalität, um den „ghörigen“ Vorarlberger.

Welchen Stellenwert hat der Dialekt in euren Songs?

Orsingher: Für mich ist der Dialekt am authentischsten. So rede ich, so denke ich. Die Musik fühlt sich dadurch einfach ehrlich an. Ich rappe auch auf Hochdeutsch, aber wenn man so rappt, wie einem der Schnabel gewachsen ist, fühlt sich das am besten an.

„Penetrante Sorte“ gibt es nun schon seit elf Jahren. Inwiefern hat sich eure Musik in dieser Zeit entwickelt?

Orsingher: Der Stil ist prinzipiell gleich geblieben, wir sind keine Band, die sich immer wieder neu erfinden muss. Aber man kann schon sagen, dass wir uns musikalisch in diesen Jahren sehr weiterentwickelt haben.

Worüber rappst du am liebsten?

Orsingher: Authentizität ist mir am wichtigsten, deswegen schreibe ich über Dinge, die mich persönlich bewegen oder beschäftigen.

Spätestens seit eurem Hit „V-Style“ seid ihr bis über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Wie kommt eure Dialektmusik eigentlich außerhalb Vorarlbergs an?

Orsingher: Überraschend gut (lacht). Man hat natürlich einen gewissen Exotenstatus, wenn man in anderen Bundesländern spielt. Wir bekommen aber durchwegs sehr gutes Feedback. Generell wirkt der Vorarlberger Dialekt meist sympathisch, das kommt uns natürlich zugute. Dem Publikum gefällt’s.

Welchen Stellenwert hat Hip-Hop deiner Meinung nach in Österreich?

Orsingher: Musik in Österreich zu machen, ist prinzipiell nicht einfach, das hat aber nicht unbedingt etwas mit dem Genre zu tun. Hip-Hop hat in den vergangenen zehn Jahren einen eher schlechten Ruf bekommen, aber mittlerweile gibt es auch wieder erfolgreiche Acts, die nicht dieses „Gangster-Rap“-Image haben. Hip-Hop ist ein sehr kreatives und vielseitiges Genre, da ist für jeden etwas dabei.

Worauf darf man sich bei eurer Release-Party freuen?

Orsingher: Wir haben ein klassisches Hip-Hop Set-up, das heißt zwei Turntables und ein Mikrofon – ganz nach dem Motto „Back to the Roots“. Und natürlich erwartet die Besucher eine „ghörige“ Party.

Zur Person

Philipp Orsingher

Rapper

Geboren: 1982 in Bregenz

Wohnort: Wien

Laufbahn: 2005 erstes Release „PS- Mixtape“, 2008 Debütalbum „Die PS Klasse“, 2010 Album „PS 3“, 2013 Album „Penetrant“, 2016 EP „Ghörig“

„Penetrante Sorte“ feiert ihre
EP-Release-Party, heute, Samstag,
21 Uhr, im K-Shake in Röthis.