„Literatur kann helfen, die Welt zu sortieren“

Kultur / 18.10.2016 • 20:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Flandern und die Niederlande sind heuer Ehrengast der Messe. Sie zeigen über 450 Neuerscheinungen. Foto: AP
Flandern und die Niederlande sind heuer Ehrengast der Messe. Sie zeigen über 450 Neuerscheinungen. Foto: AP

Kampf um Meinungsfreiheit und digitale Kunst sind Haupt­themen der 68. Frankfurter Buchmesse.

Frankfurt am Main. Mit einem Bekenntnis zur Meinungsfreiheit und der Warnung vor Nationalismus und Intoleranz in Europa hat am Dienstag die 68. Frankfurter Buchmesse begonnen. „Die Freiheit des Wortes ist für uns ein Menschenrecht und nicht verhandelbar. Besonders betroffen macht uns die Situation in der Türkei“, sagte der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Heinrich Riethmüller. In einer Online-Petition werden Bundesregierung und EU-Kommission aufgefordert, die Meinungs- und Pressefreiheit kompromisslos zu verteidigen. Die Initiative von Börsenverein und PEN-Zentrum Deutschland wurde bisher von rund 80.000 Menschen unterzeichnet.

7000 Aussteller

„Literatur kann helfen, die Welt zu sortieren“, sagte der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos. „Und die Buchmesse hilft Autoren und Verlagen bei dieser Sortierarbeit.“ An der weltgrößten Literaturmesse nehmen 7000 Aussteller aus rund 100 Länder teil. Rund um die weltgrößte Buchmesse wird es von Dienstag bis Sonntag 4000 Veranstaltungen mit etwa 600 Autoren geben. Insgesamt rechnen die Organisatoren mit 300.000 Besuchern. Neu ist der Schwerpunkt „The Arts+“, eine Messe innerhalb der Messe und eine Konferenz zum Thema Digitalisierung der Kunst. „Nach der Musik- und Filmindustrie und der Verlagsbranche erreicht die Digitalisierung auch den Kunst- und Kulturbetrieb“, so die Organisatoren. Zum Auftakt lud die Messe den britischen Maler David Hockney ein. Er brachte Bilder mit, die er auf einem iPad gemalt hat. Tablet-Computer seien „ein wunderbares neues Medium“ für Künstler, so der 79-Jährige. Der gemeinsame Sprachraum Niederlande und Flandern ist heuer Ehrengast der Messe. Auf einer Länge von fast 100 Metern hat das Gastland eine Strandlandschaft mit Projektoren auf semitransparente Gaze-Vorhänge geworfen. Der Besucher kann verfolgen, wie die Wellen im ewig gleichen Rhythmus ans Ufer gespült werden. Netter Gag: Auf den Vorhängen zeichnen sich im Meer zugleich die Bücher ab, die dahinter in Regalen postiert sind. Zur Eröffnung sind auch die Könige Philippe von Belgien und Willem-Alexander der Niederlande angereist.

Frankfurter Buchmesse

» 7000 Aussteller aus rund 100 Ländern werden erwartet

» Erwartete Besucher: 300.000

» Anwesende Autoren: rund 600

» Deutscher Buchpreis: wurde am Montagabend an den deutschen Schriftsteller Bodo Kirchhoff (68) verliehen

» Gastland: Die Niederlande und Flandern sind dieses Jahr die Ehrengäste der Buchmesse. Sie präsentieren sich mit einer Rekordzahl von mehr als 450 Neuerscheinungen.

» Zahlen zu Österreich: 108 Verlage sind vertreten, am Gemeinschaftsstand der IG Autorinnen/Autoren werden rund 600 literarische Neuerscheinungen österreichischer Autoren aus österreichischen Ver­lagen präsentiert.

Die 68. Frankfurter Buchmesse findet bis zum 23. Oktober 2016 statt.