Es wäre alles so einfach, doch der Schein trügt

Kultur / 28.10.2016 • 20:02 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

„A wie B und C“ ist eine surreale, gesellschaftskritische Parabel über sinnentleerten Medienkonsum.

Roman. (bl) A ist die Protagonistin, sie schaut mir ihrem Freund C am liebsten Haifisch-Dokumentationen und Pornos an. B ist die Mitbewohnerin von A und will um jeden Preis ähnlich aussehen wie sie. Das Trio lebt in einer sonderbar sinnentleerten, gefühlsarmen Welt und wird von keinen besonderen Ambitionen außer jenen nach Essen und Sex angetrieben. Die drei belauern sich ständig und verstricken sich dabei immer tiefer in den Abgründen des eigenen Seelenlebens. Unterbrochen, aber keinesfalls aufgelockert wird die sonderbar weltentrückte Grundstimmung von immer wieder eingestreuten, detailgetreuen Erzählungen über Fernsehspots für einen schon bei der bloßen Beschreibung eklig süß, klebrig und künstlich anmutenden Keks. Im zweiten Teil des Buches wird die Austauschbarkeit der Charaktere auf die Spitze getrieben. A verschwindet und tritt einer ominösen „Kirche der vereinigten Esser“ bei. B wird endgültig zu ihrer Doppelgängerin und es bleibt offen, ob C das überhaupt bemerkt. A unterzieht sich einer regelrechten Gehirnwäsche mit dem Ziel, sich in einer helleren, gesünderen Welt deutlicher von den anderen Menschen abzugrenzen und so zu sich selbst zu finden.

„A wie B und C“ ist der erste Roman der 1986 geborenen, in New York lebenden Autorin Alexandra Kleeman. Das Buch ist eine surreale, gesellschaftskritische Parabel über sinnentleerten Medienkonsum, Schönheitswahn und Einsamkeit. Die Autorin wurde unlängst mit einem Preis für Science-Fiction-Literatur ausgezeichnet.

Alexandra Kleeman lebt in New York. Foto: Arturo Omos
Alexandra Kleeman lebt in New York. Foto: Arturo Omos

Alexandra Kleeman: „A wie B und C“, Verlag Kein & Aber, 352 Seiten.