Neues aus dem Potter-Kosmos

Kultur / 15.11.2016 • 19:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hilfe bekommt er von Porpentina Goldstein (Waterston).
Hilfe bekommt er von Porpentina Goldstein (Waterston).

In „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ versetzt Rowling Fabelwesen ins New York von 1926.

Fantasy. New York im Jahr 1926. Eine Gruppe von Männern blickt ungläubig auf eine tiefe Furche, die im Kopfsteinpflaster einer Straße klafft. Nur Momente zuvor hat sich dort eine unbändige Kraft unter der Erde ihren Weg gebahnt und die Pflastersteine wie Kies auseinanderstieben lassen, Autos sind einfach umgekippt. „Das ist ein Tierwesen“, murmelt einer der Männer. Die Szene stammt aus dem jüngsten Film von Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, der ab Donnerstag in den Kinos zu sehen ist. Fünf Jahre nach dem letzten Potter-Film hat die 51-Jährige damit ihren magischen Kosmos erweitert.

Im Mittelpunkt steht der kauzige Zauberer und Wissenschaftler Newt Scamander (Eddie Redmayne), der mit einem Koffer voller magischer Tiere aus England in die Metropole am Hudson River kommt. Dort leben Zauberer und Hexen anders als in Großbritannien in ständiger Furcht, entdeckt zu werden. Sektiererische Aufwiegler schüren die Angst vor ihnen.

Scamanders Koffer entpuppt sich als wundersamer Schutzraum für allerlei magische Tierarten, die er vorm Aussterben bewahren will. Durch ein Missgeschick entkommen aber einige der Wesen und sorgen für Durcheinander in der Welt der Nicht-Magier. Scamander versucht sie mit Hilfe der klugen Magier-Beamtin Porpentina Goldstein (Katherine Waterston), deren koketter Schwester Queenie (Alison Sudol) und des etwas trotteligen, aber gutmütigen Nicht-Zauberers Jacob Kowalski (Dan Fogler) wieder einzufangen. Doch Scamanders drollige Tiere sind nicht das einzige Problem, das der Magische Kongress der Vereinigten Staaten von Amerika, der US-Zaubererverband, hat. Ein sehr viel mächtigeres Wesen bedroht den Frieden zwischen Magiern und Nicht-Magiern.

Überraschende Wendungen

Der Film gerät düsterer als die Potter-Filme. Rowling-typisch geizt er nicht mit überraschenden Wendungen und unvollendeten Erzählsträngen, die nach einer Fortsetzung verlangen. Die Jagd des Helden-Quartetts, die zwischendurch auch zu Gejagten werden, ist durchaus spannend und mittels computeranimierter Flüge durch die Häuserschluchten Manhattans rasant – zuweilen etwas zu sehr.

Der Film ist nur der Start einer fünfteiligen Serie, die Rowling angekündigt hat. Zauberlehrling Harry Potter spielt darin keine Rolle. Dafür suchen Regisseur David Yates und Produzent David Heyman bereits nach einem Schauspieler, der den jungen Albus Dumbledore verkörpert. Der spätere Leiter der Zauberschule Hogwarts ist in einen epischen Kampf mit dem Bösewicht Grindelwald verwickelt, für dessen Rolle Johnny Depp (53) gewonnen wurde. Depp hat im jüngsten Film einen Mini-Auftritt. Im nächsten, der im Paris des Jahres 1928 spielen soll, wird er wohl eine dominierende Rolle spielen.

Für Hauptdarsteller Eddie Redmayne geht mit der Filmreihe ein Traum in Erfüllung. Er hatte sich vergeblich um Rollen in den Potter-Filmen beworben. Die des Newt Scamander scheint ihm dafür wie auf den Leib geschneidert.

In „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ spielt Redmayne einen Fabelwesenexperten. AP
In „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ spielt Redmayne einen Fabelwesenexperten. AP

Filminfos

» Regie: David Yates 

» Haupdarsteller: Eddie Redmayne, Colin Farrell, Katherine Waterston, Ezra Miller, Samantha Morton

» läuft ab 16. November im Kino