Trotz Finanzsorgen sehr attraktiv

Kultur / 15.12.2016 • 18:46 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Gogibedaschwili und Chefdirigent Bokor haben sich wieder ein attraktives Programm ausgedacht. Foto: JU
Gogibedaschwili und Chefdirigent Bokor haben sich wieder ein attraktives Programm ausgedacht. Foto: JU

Das Kammerorchester Arpeggione präsentierte seine nächste Saison.

HOHENEMS. (JU) Die bewährte Anzahl von sechs Abokonzerten und das traditionelle Nachwuchskonzert für die „Sterne von morgen“ umfasst das Programm der Saison 2017 beim Kammerorchester Arpeggione. Es kann dabei auf die Wertschätzung eines Stammpublikums von rund 160 treuen Abonnenten zählen, die den Rittersaal im Palast zum Großteil füllen, ebenso auf die Unterstützung durch den Verein der Freunde von „Arpeggione“ unter der tatkräftigen Führung von Präsidentin Stephanie Waldburg-Zeil. Dazu kommt eine allseits positiv registrierte musikalische Weiterentwicklung dieses Projektorchesters, die vor allem dem seit 2010 hier tätigen, aus Mazedonien stammenden Chefdirigenten Robert Bokor zu danken ist. Der in St. Gallen lebende Maestro mit regelmäßigen internationalen Kontakten fühlt sich in dieser Aufgabe sehr wohl und wird von Musikern und Publikum hoch geschätzt.

Schwierige Budgetierung

So weit scheint nach außen also alles auf Schiene, im Hintergrund freilich kämpft der Gründer und künstlerische Leiter Irakli Gogibedaschwili um eine ausgewogene Budgetierung für den laufenden Betrieb. Und das eigentlich seit Gründung, wie er im VN-Gespräch resignierend meint. Die Einnahmen aus Eintritten decken gerade 20 Prozent der Gesamtkosten, in der Hauptsache für Gagen der Dirigenten, Solisten und des Orchesters. Dieses tritt in seiner Stammbesetzung mit Streichern und doppeltem Holz mit 26 Musikern auf, bei den Open-Air-Konzerten im Palasthof sind es bis zu 50.

Dazu kommen Subventionen von je Euro 35.000 von Land und der Stadt Hohen­ems. Letztere Zuwendung wurde ab 2017 erhöht, das Land wartet mit einer Anhebung noch ab. Finanzkräftige Firmen wie Collini als Hauptsponsor helfen da über die ärgsten Nöte hinweg, es mussten aber auch schon interessante Auslandskonzerte gestrichen werden, weil die Reisespesen nicht zu finanzieren waren.

Gute Mischung

Gogibedaschwili hat sich mit Chefdirigent Bokor für die kommende Saison in bewährter Weise wieder jene attraktive Programmmischung ausgedacht, die das Publikum dort erwartet. Die Konzerte bringen abseits des Mainstreams ein ausgeklügeltes Nebeneinander von Traditionellem mit weniger Bekanntem und Neuer Musik, oft auch aus Vorarlberg. Diesem Anspruch will man in einer künstlerischen Gratwanderung auch diesmal gerecht werden, ohne das Publikum mit allzu viel Zeitgenössischem zu verschrecken. So wird es diesmal ein aktuelles Flötenkonzert des Zürcher Komponisten Martin Wettstein geben. Am Pult steht zwei Mal Chef Bokor persönlich, die übrigen Konzerte werden von renommierten Dirigenten geleitet, etwa vom Deutschen Frank Cramer, dem Isländer Gudni Emilsson oder dem Schweizer Werner Bärtschi, der beim ersten Konzert am 11. März gleich in einer Doppelfunktion auch als Klaviersolist in Haydns G-Dur-Konzert auftreten wird.

Ein Highlight dürfte auch diesmal das Sommerkonzert am 1. Juli im Hof werden, mit Paganinis virtuosem Vio­linkonzert und Beethovens Symphonie Nr. 8 als dem vorletzten Werk im Zyklus seiner neun Symphonien. Die berühmte „Schicksalssymphonie“ Nr. 5 wird als letzter Bestandteil im Jahr darauf gespielt. Sicher nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene werden die „Märchenstunden“ am 23. September ansprechen, mit Saint-Saens’ „Karneval der Tiere“ und Prokofievs „Peter und der Wolf“ mit der schauspielerisch ausgebildeten Diana Waldburg-Zeil, einer Schwiegertochter des Grafenpaars, als Erzählerin. Eine Art Wunschkonzert mit bekannten Filmmelodien, die sich die Zuhörer im Vorfeld selber auswählen dürfen, bildet das Finale am 21. Oktober. Wie üblich, wird Arpeggione diese Programme auch auf internationalen Tourneen darbieten.

Arpeggione

Programm 2017

11. März: „Strahlender Sonnenschein“ (Dirigent und Solist: Werner Bärtschi, Klavier)

22. April: „Zauberklänge“ (Dirigent: Gudni Emilsson)

20. Mai: „Caprice de femme“ (Dirigent: Robert Bokor, Solist: Laszlo Fenyö, Cello)

10. Juni: „Sterne von morgen“

1. Juli: „Sommertänze“ im Palasthof (Dirigent: Frank Cramer, Solistin: Maria-Elisabeth Lott)

23. September: „Märchenstunden“ (Dirigent: Kevin Grifiths, Erzählerin: Diana Waldburg-Zeil)

21. Oktober: „Filmische Reminiszenzen“ (Dirigent: Robert Bokor)