Riesenwerk mit vielen Fakten

Kultur / 23.12.2016 • 18:23 Uhr / 1 Minuten Lesezeit

Roman. Als Martin Kusej 2013 bei den Wiener Festwochen die Trilogie „In Agonie“ von Miroslav Krleza (1893–1981) präsentierte, war dies für viele die erste Begegnung mit diesem kroatischen Autor. Sein fünfteiliger Roman „Die Fahnen“, dessen erste deutsche Übersetzung nun im Wieser Verlag erschienen ist, behandelt ebenfalls den Ersten Weltkrieg samt Vorgeschichte und Auswirkungen. Ein gewaltiges, imponierendes Werk.

Lohnt es sich? Es lohnt sich. Freude werden diejenigen haben, die die gewaltigen Ereignisse dieses Epochenwandels, des k.u.k.-Untergangs endlich einmal aus nicht austrozentristischer Perspektive geschildert haben und dabei ihr Geschichtswissen erweitern möchten. Dabei ist nicht nur eine Fülle von Fakten, sondern auch ein Autor zu entdecken, der zwischen Joseph Roth, Robert Musil und Karl Kraus einzuordnen ist. Nur dass Frauen schematisch bleiben, ist zwar zeitimmanent, aber ärgerlich.

Miroslav Krleza: „Die Fahnen“, Roman in fünf Bänden, Wieser Verlag. 2012 Seiten