Nachgetragene Liebe zur gedruckten Zeitung

Kultur / 30.12.2016 • 18:07 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Essay. Claus Peymann, derzeit Intendant des Berliner Ensembles, hat bis vor Kurzem 10 bis 15 Zeitungen am Tag gelesen. „Ich gehe im Morgenmantel zum Briefkasten und hole mir die Zeitungen und dann ziehe ich das durch.“ Er sei „ein ausgesprochener Zeitungsmensch, das verbindet mich mit Thomas Bernhard“. Der österreichische Schriftsteller fuhr auch mal Hunderte Kilometer umher, wenn er seine geliebte „Neue Zürcher Zeitung“ nicht am Ort bekam. Das alles und noch mehr über passionierte Zeitungsleser erfährt man in dem Buch-Essay „Der letzte Zeitungsleser“.

Das Büchlein ist eine nachgetragene Liebe zur gedruckten Zeitung von Michael Angele. Für den Autor würde mit der gedruckten Zeitung eine Kulturleistung verschwinden. Angele liefert mit seinem auch informativen Essay auch einen kleinen Exkurs in die Geschichte. Dabei erfährt man beispielsweise, dass die erste Boulevardzeitung von Heinrich von Kleist mit seinen „Berliner Abendblättern“ gemacht worden sei.

Michael Angele: „Der letzte Zeitungsleser“. Galiani Berlin, 160Seiten