Großer Einsatz für die kleinen Stars

Kultur / 01.01.2017 • 22:31 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Nachwuchspflege hat beim Jugendsinfonieorchester Dornbirn einen besonderen Klang.

Christa Dietrich

Dornbirn. Solisten aus den eigenen Reihen entsprechende musikalische Unterstützung anzubieten, das hat sich
das Jugendsinfonieorchester schon seit Jahren bzw. Jahrzehnten zur Aufgabe gemacht. Unter dem langjährigen Leiter Guntram Simma erhielten die Silvester- und Neujahrskonzerte entsprechende Glanzpunkte. Dabei waren nicht nur die Auftritte besonders begabter Instrumentalisten zu bejubeln, man präsentierte auf diese Art auch schon eine junge Dirigentin, und auch der Tanz war bereits dabei. Diese Form des Zusammenwirkens von Ballett- und Instrumentalklassen an der Dornbirner Musikschule stellte nun auch sein Nachfolger Ivo Warenitsch in den Mittelpunkt der Jahresübergangskonzerte am Samstag und Sonntag.

Im restlos ausverkauften Kulturhaus nahm man am gestrigen Nachmittag somit erfreut zur Kenntnis, dass der Tanz nicht nur als kleines Intermezzo auf dem Programm stand, verständlicherweise zusammengekürzt, aber immerhin inhaltlich die ganze Geschichte erfassend, wurde Tschaikowskys „Der Nussknacker“ geboten. Ballettklassenleiterin Claudia Grava-Birnbaumer setzte dabei die Jüngsten sichtbar gut nach musikalisch-rhythmischer Begabung ein und scheute sich nicht davor, die Älteren vor große Herausforderungen zu stellen. Für die Besucher bot sich somit nicht nur ein putziges Bild, auch dass in Dornbirn das eine oder andere Ballett-Talent heranreift, steht außer Zweifel.

Wow, das war großartig

Wie schwer es genaugenommen bei allem optischen und akustischen Genuss ist, hier trotz der erforderlich raschen Szenen- und Kostümwechsel Kompaktheit herzustellen, darf ebenso nicht vergessen werden, wie der Einsatz des Orchesters, das eine erstaunlich filigrane Tschaikowsky-Wiedergabe zustande brachte. Wow, das war schlicht und einfach eine großartige Leistung.

Aufeinander zu hören ist ein wichtiges pädagogisches Prinzip, das am schönsten zum Ausdruck kommt, wenn ein junger Solist vom Orchester quasi getragen wird. Dieses Mal war es der erst neunjährige Geiger Fidelis Rümmele, der mit der „Russischen Fantasie“ von Leo Portnoff, arrangiert von der jungen Vorarlbergerin Kostanze Hofer, sein exzellentes Rhythmusgespür zum Ausdruck bringen konnte.

Zuvor überzeugten die Bläser mit den Tänzen aus Jerry Bocks „Anatevka“, und da man Märsche in Dornbirn ausgezeichnet beherrscht, kam die „Russische Marsch-Fantasie“ von Johann Strauß als Vorarlberger Erstaufführung ins Programm, bevor mit der „Tik-Tak-Polka“ und dem „Lob der Frauen“ sozusagen einmal auf Tempo und einmal – mit dramaturgischem Witz – auf Schwung gemacht wurde. Es darf auch als Neujahrsgruß gelten, dass der erst wenige Jahre tätige Dirigent Ivo Warenitsch beweisen konnte, dass das traditionsreichste Jugendsinfonieorchester Vorarlbergs wieder absolut da ist bzw. Zukunft hat.

Das Jugendsinfonieorchester Dornbirn erwies sich auch als souveräner Ballettbegleiter. FotoS: VN/Steurer
Das Jugendsinfonieorchester Dornbirn erwies sich auch als souveräner Ballettbegleiter. FotoS: VN/Steurer

Nächste Aufführung des Programms am 3. Jänner, 19.30 Uhr, im Spannrahmen in Hard.