Auszeichnung für den KUB-Künstler

Kultur / 04.01.2017 • 21:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit seinen Schriftskulpturen im KUB wirft Lawrence Weiner wesentliche Fragen auf. Foto: VN/Paulitsch
Mit seinen Schriftskulpturen im KUB wirft Lawrence Weiner wesentliche Fragen auf. Foto: VN/Paulitsch

Exakt zum Start ins Kunsthaus-Jubiläumsjahr wird Lawrence Weiner mit dem Wolf-Preis ausgezeichnet.

Bregenz. (VN-cd) Der Termin hätte kaum besser gewählt werden können. Während für das im Sommer 1997 eröffnete Kunsthaus Bregenz (KUB) gerade das 20. Jahr des Bestehens begonnen hat und entsprechende Veranstaltungen und Publikationen zu erwarten sind, teilte die Wolf-Stiftung in Tel Aviv mit, dass Lawrence Weiner, also jener Künstler, den das KUB zurzeit präsentiert, mit dem renommierten Preis ausgezeichnet wird. Er ist mit 95.000 Euro dotiert und wird dem amerikanischen Konzeptkünstler (geb. 1942) aufgrund der „Radikalität“ des Gesamtwerks verliehen. Zweite neue Trägerin des Wolf-Preises ist die amerikanische Performancekünstlerin, Musikerin und Regisseurin Laurie Anderson (geb. 1947).

„Wherewithal/Was es braucht“ lautet der Titel, der Anfang November in Bregenz eröffneten Ausstellung, für die Lawrence Weiner, wie berichtet, eigens neue Arbeiten – Schriftskulpturen – schuf, die direkt an den Wänden der Räume angebracht, nicht als Metaphern zu verstehen sind, aber vielfältige Auseinandersetzung mit Strukturen, auch Gesellschaftsstrukturen, evozieren, die vielleicht filigraner sind als allgemein angenommen. Ein Fazit nach dem ersten Rundgang sei wiederholt: Mit Bob Dylan erhielt heuer ein auch mit Sprache arbeitender Musiker den Literaturnobelpreis, sollte er einmal einem bildenden Künstler zustehen dürfen, wäre Lawrence Weiner zu nennen.

In der letzten Ausstellungswoche findet übrigens noch eine interessante Veranstaltung statt. Am 13. Jänner erörtert die österreichische Künstlerin Ona B. im Gespräch mit Kurator Rudolf Sagmeister ihre besondere Beziehung zur Kunst von Lawrence Weiner.

Das ganze Haus wird neu

Die Anzahl der großen Ausstellungen im Jahr 2017 hat das Kunsthaus von den bisher üblichen vier Projekten auf drei reduziert. Eine größere Zeitspanne wird vor allem der Arbeit des argentinischen Künstlers Adrián Villar Rojas (geb. 1980) eingeräumt, der für überdimensionale Skulpturen bekannt ist und in einem aufwendigen Prozess auch die Architektur der Innenräume mit Objekten aus mehreren Erdteilen verändern wird. Das neue Ausstellungsprogramm beginnt Anfang Februar mit Arbeiten der jungen amerikanischen Künstlerin Rachel Rose (geb. 1986), im Herbst bietet KUB-Architekt Peter Zumthor (geb. 1943) Einblick in „seine Welt“. Die Jubiläumsfeierlichkeiten selbst finden am 15. und 16. Juli statt.

Die Ausstellung mit Arbeiten von Lawrence Weiner ist im Kunsthaus Bregenz noch bis 22. Jänner zu sehen.