Oscars sind in Griffnähe

24.01.2017 • 18:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hat Chancen: Der Österreicher Peter Simonischek mit Filmpartnerin Sandra Huller in „Toni Erdmann“. Foto: AP
Hat Chancen: Der Österreicher Peter Simonischek mit Filmpartnerin Sandra Huller in „Toni Erdmann“. Foto: AP

„La La Land“ hat den Nominierungsrekord eingestellt. Deutsche Filmer und Musiker spielen vorne mit.

Los Angeles. Das Musical „La La Land“ hat mit 14 Oscar-Nominierungen den bisherigen Rekord eingestellt. So viele Nominierungen hatten bislang nur das Drama „Titanic“ aus dem Jahr 1997 und der Klassiker „Alles über Eva“ aus dem Jahr 1950 bekommen. „Titanic“ gewann schließlich elf Oscars, „Alles über Eva“ sechs. „La La Land“ wurde unter anderem in der wichtigsten Kategorie als bester Film nominiert, darüber hinaus auch für das Drehbuch, den Schnitt, den Soundtrack und den besten Song. Außerdem gab es Nominierungen für die Hauptdarsteller Ryan Gosling, Emma Stone und Regisseur Damien Chazelle.

Drei Chancen für Deutsche

Gleich drei Oscars könnten bei der diesjährigen Verleihung an deutsche Filmschaffende gehen. Die Tragikomödie „Toni Erdmann“ von Regisseurin Maren Ade mit dem Österreicher Peter Simonischek wurde in der Kategorie für den sogenannten Auslands-Oscar nominiert. Auch der deutsche Komponist und Pianist Volker Bertelmann, bekannt unter dem Künstlernamen Hauschka, hat Oscar-Chancen für den Soundtrack zum Film „Lion“. Außerdem geht Marcel Mettelsiefen in der Sparte „Kurz-Dokumentarfilm“ ins Oscar-Rennen. Für sein Werk „Watani: My Homeland“ begleitete er eine syrische Familie nach Deutschland. Die Oscars werden Ende Februar bei einer Gala in Hollywood verliehen. „Für uns ist eh die ganze Reise schon so unglaublich gewesen, dass wir eigentlich schon total happy sind“, sagte „Toni Erdmann“-Produzent Jonas Dornbach. Die Nominierung allein sei für ihn schon wie ein Gewinn. „Es bleibt noch völlig abstrakt“, sagte Dornbach weiter. Die Oscars hätten sich immer wahnsinnig weit weg angefühlt. Die Idee, dort über den roten Teppich zu laufen, sei noch völlig absurd.

Der letzte deutsche Film, der für den Auslands-Oscar nominiert wurde, war 2010 „Das weiße Band“ des Österreichers Michael Haneke, der sich dafür die Goldene Palme in Cannes holte. 2007 holte der Stasi-Film „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck die Trophäe nach Deutschland.

Wichtigste Oscar-Nominierungen

» Bester Film: „La La Land“, „Manchester by the Sea“, „Moonlight“, „Arrival“, „Fences“, „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“, „Hell or High Water“, „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“, „Lion“.

» Bestern Hauptdarsteller: Ryan Gosling, „La La Land“; Casey Affleck, „Manchester by the Sea“; Andrew Garfield, „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“; Viggo Mortensen, „Captain Fantastic: Einmal Wildnis und zurück“; Denzel Washington, „Fences“.

» Beste Hauptdarstellerin: Isabelle Huppert, „Elle“; Ruth Negga, „Loving“; Natalie Portman, „Jackie“; Emma Stone, „La La Land“; Meryl Streep, „Florence Foster Jenkins“.

» Bester Nebendarsteller: Mahershala Ali, „Moonlight“; Jeff Bridges, „Hell or High Water“; Lucas Hedges, „Manchester by the Sea“; Dev Patel, „Lion“; Michael Shannon, „Nocturnal Animals“.

» Beste Nebendarstellerin: Viola Davis, „Fences“, Naomie Harris, „Moonlight“; Nicole Kidman, „Lion“; Octavia Spencer, „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“; Michelle Williams, „Manchester by the Sea“.

» Beste Regie: Damien Chazelle, „La La Land“; Kenneth Lonergan, „Manchester by the Sea“; Barry Jenkins, „Moonlight“; Denis Villeneuve, „Arrival“; Mel Gibson, „Hacksaw Ridge – Die Entscheidung“.

» Bester fremdsprachiger Film: „Toni Erdmann“, Deutschland; „Unter dem Sand – Das Versprechen der Freiheit“, Dänemark; „Ein Mann namens Ove“, Schweden; „The Salesman“, Iran; „Tanna“, Australien.

» Bester Animationsfilm: „Kubo – Der tapfere Samurai“, „Moana“, „Mein Leben als Zucchini“, „Die Rote Schildkröte“, „Zootopia“.