Die Kunst als Zwischengeschoss zum Himmel

27.01.2017 • 18:16 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In fünf Räumen werden Papierarbeiten und Skulpturen aus der Sammlung präsentiert.  Foto: Mark Mosman
In fünf Räumen werden Papierarbeiten und Skulpturen aus der Sammlung präsentiert. Foto: Mark Mosman

Palais Liechtenstein zeigt Werkschau aus der Sammlung Mezzanin von Hanny Frick.

Feldkirch. Für Hanny Frick ist Kunst das Zwischengeschoss zum Himmel. So erklärt sich auch der italienische Name der Stiftung: Mezzanin ist das Zwischengeschoss eines mehrstöckigen Gebäudes. Im Feldkircher Palais Liechtenstein sind es fünf Räume, in denen vor allem Papierarbeiten und Skulpturen aus der Sammlung der Liechensteinerin präsentiert werden.

Einige der regionalen und internationalen Künstlerinnen und Künstler sind bekannt, so wie Maria Lassnig, Martin Frommelt, Carol Wyss und Stefan Sprenger. Auch ein Bild von Arno Egger, Kurator von „Die Frick Kollektion“, ist Teil dieser Ausstellung, die vor allem Papierarbeiten, Skulpturen und Fundstücke zeigt. Viele der Kunstschaffenden dürften dem Publikum jedoch eher unbekannt sein und das ist ein besonderes Anliegen der passionierten Sammlerin: in der Öffentlichkeit noch nicht bekannte Kunst möchte sie der international anerkannten gegenüberstellen. Damit wird Hanny Frick zur Kunstförderin. Mit welcher Begeisterung und Freude sie Künstler darin unterstützt, Fuß zu fassen, wird vor allem in der von Sebastian Frommelt sensibel gefilmten Dokumentation im fünften Raum deutlich. Hier erhält man den Schlüssel, um zum Wesen der umfangreichen Sammlung zeitgenössischer Werke vorzudringen. „Der Ursprung ist die Freude; mit der Zeit wird es eine Sammlung und dann kommt die Verantwortung neben der Freude, die schon immer da war“, sagt Hanny Frick zu Beginn des sechsminütigen Films. „Es muss funken. Das kann man mit dem Kopf allein gar nicht machen“, erklärt die Kunstmäzenin vor der Kamera, und im Hintergrund ist eine Vielzahl von Masken und Köpfen zu sehen.

Schriftzeichen

Auch im Palais Liechtenstein ist das Lieblingsmotiv Fricks präsent. „Für die Sammlung der Kopfjägerin Hanny“ heißt es in der Signatur eines Bildes. Aus dem Raum mit den Köpfen und Körpern geht es in den mit den Serien. Man vertieft sich in Schriftzeichen aus Tusche, in Ornamente auf Landkarten und Kupferradierungen einer organisch angelegten Stadt. Zum Teil ist das so akribisch gezeichnet, dass nur noch die an der Wand hängende Lupe helfen kann, feine Details zu entdecken.

Im angrenzenden Raum sind Landschaften das Hauptthema. Auch hier gibt es Skulpturen aus Bronze, Keramik, Holz und Stahl, die einem in jedem Raum begegnen. Es scheinen alle Materialien und Elemente beachtet, die das Leben ausmachen und zusammenhalten. Wenn man vor der überdimensional großen und freihängenden Installation „Urlandschaft“ von Carol Wyss steht, die einen in das Innere des menschlichen Schädels eintauchen lässt, hört man Hanny Frick noch sagen: „Kunst gehört zum Leben. Sie ist ein großer Bestandteil unserer Kultur, ich wüsste nicht wie das ohne ginge.“

Baumstamm-Skulptur

Im Foyer ist das etwa 180 kg schwere Eisenholz-Fundstück der endgültige Beweis dafür wie treffsicher das Gespür der Kunstentdeckerin Hanny Frick ist. In Texas entdeckte sie ein Stück Holz, das zum Teil vergraben war und sich als wunderschöne Baumstamm-Skulptur entpuppte, die sie nach Europa einfliegen ließ und die hier im Raum leicht wie ein im Meer schwebender Wal wirkt. Damit schließt sich der Kreis dieses Rundgangs durch fünf Räume zeitgenössische Kunst, die sich plötzlich zu entfalten scheint wie das herzliche Lächeln dieser beeindruckenden Frau, die der Kunstsammlung ihr Leben verschrieb.

Die Ausstellung im Palais Liechtenstein ist noch bis 5. März zu sehen. Parallel dazu werden im Kunstmuseum Appenzell weitere Werke aus der Kunstsammlung der Stiftung Mezzanin gezeigt.