Fetziger Vokaljazz, Soul und eine Prise Hip-Hop

Kultur / 27.01.2017 • 20:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lukas Schiemer präsentiert gemeinsam mit Philipp Kienberger,Simon Raab, Alois Eberl und Marc Vogel ein anspruchsvolles Hörerlebnis.
Lukas Schiemer präsentiert gemeinsam mit Philipp Kienberger,
Simon Raab, Alois Eberl und Marc Vogel ein anspruchsvolles Hörerlebnis.

Lukas Schiemer präsentiert mit neu gegründeter Band sein Debüt-Album im Spielboden.

Tanja Schwendinger

Dornbirn. Mit dem Debüt-Album seiner neuen Band „Barry Good“ präsentiert der in Wien lebende Dornbirner Lukas Schiemer eine neue Facette seines künstlerischen Schaffens. Groove-orientiertem Vokaljazz fügt er Hip-Hop- und Soul-Elemente bei. Der ausgebildete Saxofonist überrascht auf dem Album „And how are you?“
mit einer vollen Stimme, die sanfte Jazzballaden als auch raue, energiegeladene
Groove-Nummern zum Klingen bringt.

Auf eurem Debüt-Album „And how are you?“ mischt ihr Vokaljazz mit Hip-Hop- und Soul-Elementen. Wie kam es zu dieser eher ungewöhnlichen Stilrichtung?

Schiemer: Ich habe im Laufe der Jahre sehr viele Musikstücke komponiert. Was die Songs auf diesem neuen Album vereint, ist die Tatsache, dass ich zum ersten Mal viel mit der Stimme arbeite. Außerdem finden sich auf der Platte einige fetzige Instrumentalstücke. Die Idee dahinter war, dass ich der Jazzmusik treu bleiben wollte. Ich wollte aber auch eine Art von Jazz bieten, die Leute aller Altersklassen anspricht, nicht nur die ältere Generation.

Versuchst du das auch bei deinen Texten?

Schiemer: Die Texte kommen aus meinen Leben, diese können Menschen aller Generationen ansprechen. Es gibt eine Mundartballade auf dem Album, die ich ursprünglich für ein Theaterstück komponiert habe. Wichtig ist mir, dass jeder Song seinen eigenen Hintergrund und seine eigene Botschaft beinhaltet.

Sprachlich schreckt ihr weder vor Fremdsprachen noch vor Mundart zurück. Wo fühlst du dich wohler?

Schiemer: Mundart ist mir
am nächsten. Beim Englischen fühle ich mich am distanziertesten, weil es nicht meine Muttersprache ist. Trotzdem singe ich auch gerne in einer Fremdsprache, weil es mir die Möglichkeit schafft, in eine andere Rolle zu schlüpfen.

Wie schwierig ist es, in Österreich mit Nischenmusik erfolgreich zu sein?

Schiemer: Sehr schwierig. Ich merke das vor allem, wenn ich im Ausland auftrete. Dort habe ich sehr schnell positive Resonanz auf meine Musik bekommen. Meine Konzerte sind im Ausland oft ausverkauft, trotz Nischenmusik. Österreich hingegen ist ein schwieriges Pflaster. Bei uns gibt es ein wahnsinnig großes Kulturangebot, sodass es schwerfällt, die Aufmerksamkeit auf sein eigenes Event zu lenken. Viele junge Konzertgänger legen den Fokus meist auf die kommerzielle Musik und besuchen eher ein Popkonzert, als ein Konzert mit Musikern, die Nischenmusik machen.

Welche Ziele habt ihr euch als Band gesteckt?

Schiemer: Mit unserem Schlagzeuger Marc Vogel habe ich neben der Band auch das Duo „b.good vogel“ gegründet. Momentan sind wir dabei, unsere Kontakte spielen zu lassen, um auch im Ausland viele Konzerte zu geben. Bald geht es für uns unter anderem nach Kenia, Mexiko und Indien. Unser Ziel ist es, so oft wie möglich aufzutreten. Mit Marc möchte ich im Sommer außerdem ein neues Album aufnehmen, da gibt’s auch schon die ersten Songs.

Was darf sich das Publikum von der Album-Präsentation im Spielboden erwarten?

Schiemer: Ich stehe mit vier tollen Musikern auf der Bühne. Die Besucher dürfen sich auf einen humorvollen Abend mit hochwertiger improvisierter Jazzmusik, gemischt mit populären Groove-Elementen, freuen. Man wird sowohl beschwingte Nummern, als auch tiefgreifende Balladen hören.

Zur Person

Lukas Schiemer

Musiker

Geboren: 26. März 1982, Bregenz

Wohnort: Wien

Ausbildung: Studium Instrumental- und Gesangspädagogik an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien

Album-Präsentation, 3. Februar, ab 20.30 Uhr im Spielboden Dornbirn; www.spielboden.at