Gestrichen, gezupft, gekrault

Kultur / 30.01.2017 • 22:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mit seiner Band eröffnet Simon Frick auch eine Jazzreihe im Vorarlberg Museum. Foto: VM
Mit seiner Band eröffnet Simon Frick auch eine Jazzreihe im Vorarlberg Museum. Foto: VM

Wenn der Vorarlberger Simon Frick zur Geige greift, dann ist nahezu alles möglich. Und das fasziniert.

Bludenz, Bregenz. (VN-cd) Er schreibt Musik für großes Streichorchester, für Rockbands und Jazzensembles und er schafft es auch locker, in verschiedenen Formationen mitzuwirken und dabei stets er selbst zu bleiben. „Ich fühle mich mehreren Stilen zugehörig. Das eine schließt das andere nicht aus“, hat der Bludenzer Simon Frick (geb. 1983) schon zu Beginn seiner Karriere bemerkt.

„Gestrichen, gezupft, geschlagen, gekrault“ ist quasi zu seinem Markenzeichen geworden. „Aber keine Sorge“, meint er im Gespräch mit den VN, „die akustische Geige spiele ich nach wie vor sehr gerne.“ Inzwischen in Wien wohnend, wo er auch unterrichtet, wird man Frick demnächst dennoch vor allem mit der E-Geige erleben, mit Felipe Ramos (Bass), Nikolaus Dolp (Schlagzeug) und der Sängerin Anna Anderluh, seinem „Soundscape“, eröffnet er am 2. Februar die Reihe „Jazz im Vorarlberg Museum“ in Bregenz. Auf rockige Eigenkompositionen und Arrangements dürfe man sich neben dem Jazz aber einstellen, auch auf Metal und Weltmusik. Machbar ist fast alles, Frick hat es immer wieder bewiesen. Und er hat Erfolg damit. Für die neue CD mit der Band „Gnigler“, für die vorwiegend Improvisationen eingespielt wurden, hat er einen Preis erhalten, das „Gnigler“-Experiment geht zudem weiter.

Uraufführung

Zukunft hat aber auch seine Kooperation mit dem Vorarlberger „Ensemble Plus“ unter der Leitung von Andreas Ticozzi, für das er ein Auftragswerk geschrieben hat. „Unreality Smog“ wird Mitte März in München uraufgeführt und steht am 3. Mai in Vorarlberg auf dem Programm. Die E-Bratsche trifft als Vertreter des Digitalen auf ein unbearbeitetes Cello. Ausgangspunkt der Komposition ist ein eigens geschaffenes Wiegenlied, das die Ruhe symbolisiere, bevor weitere „Elemente“ hinzukommen und quasi miteinander in den Dialog treten, der auch dann „etwas rockiger“ werden darf, wenn es an sich um neue Musik bzw. modernen Jazz geht.

Ein Werk für „Streichtrio und Rezitation“ kündigt Frick für den Herbst dieses Jahres an. Es wird im Rahmen der „Pforte“-Reihe in Feldkirch zur Aufführung kommen.

Jazz-Reihe im Museum

Dass bei der Planung des neuen Vorarlberg Museum in Bregenz nicht nur Ausstellungsräume, sondern auch Konzert- und Vortragssäle berücksichtigt wurden, hat das Veranstaltungsprogramm des Hauses nun widerzuspiegeln. „Of Cabbages and Kings“ mit der Vorarlbergerin Veronika Morscher sind am 2. März im Haus am Kornmarkt zu Gast. Jazzfreunde werden sich auch den 4. Mai vormerken, dann kommt nämlich mit Filippa Gojo jene Bregenzerin mit ihrem Quartett, die inzwischen in Köln lebt und unterrichtet und – von renommierten Auszeichnungen wie dem „Neuen deutschen Jazz-Preis“ beflügelt – eine beachtliche Laufbahn gestartet hat.

Ja, es ist auch viel Rock und sogar Metal dabei – und auch der ist mit der Geige spiel- bzw. machbar.

Simon Frick

Jazz im Vorarlberg Museum in Bregenz mit „Simon Fricks Soundscape“, 2. Februar, 20 Uhr. Nächste Uraufführung im März.