Eine Rarität farbenreich zum Klingen gebracht

31.01.2017 • 21:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Martin Winkler, Annemarie Kremer und Daniel Kirch in der konzertanten Aufführung von „Das Wunder der Heliane“. Foto: Volksoper/Palffy
Martin Winkler, Annemarie Kremer und Daniel Kirch in der konzertanten Aufführung von „Das Wunder der Heliane“. Foto: Volksoper/Palffy

Mit „Das Wunder der Heliane“ erinnert die Volksoper in besonderer Weise an Erich Wolfgang Korngold.

Wien, Bregenz. (VN-cd) Es ist alles anders an diesem Abend, der zu einem ungemein bereichernden wird. Das Orchester nimmt beinahe die gesamte Bühne der Wiener Volksoper in Anspruch, hinter ihm ist noch ein großer Chor postiert, von dem ein Teil ohnehin auf der Empore Aufstellung nehmen muss und dort dazu beiträgt, dass sich bald der gesamte Raum mit Klängen füllt, enorm farbenreichen und keinesfalls schwülstigen.

Sorgfältig besetzt

Szenische Umsetzungen der 1927 in Hamburg uraufgeführten, in Wien nachgespielten und dann vergessenen Oper „Das Wunder der Heliane“ von Erich Wolfgang Korngold (1897-1957) hat es vor wenigen Jahren in Deutschland gegeben, die Wiener Volksoper, die mit der Produktion nicht nur daran erinnert, was vor 90 Jahren im Musikzentrum Wien vonstatten ging, sondern auch den 120. Geburtstag des Komponisten berücksichtigt, hat sich für eine konzertante Fassung unter der Leitung von Jac van Steen entschieden. Dass die dreistündige Aufführung niemals zäh wirkt, gibt den Verantwortlichen recht und beweist die Sorgfalt bei der Besetzung des Werks eines Komponisten, von dem vor allem die Oper „Die tote Stadt“ geläufig ist sowie die Tatsache, dass Korngold in den USA (wohin der Jüdischstämmige in den 1930er-Jahren emigrierte) für seine Filmmusik mit dem Oscar ausgezeichnet wurde.

„Das Wunder der Heliane“ mit einem Libretto von Hans-Ludwig Einigen erzählt von einem streng regierten Land, in dem niemand glücklich sein darf. Ein andersdenkender Fremder wird eingekerkert und begeht Selbstmord. Die Frau des Herrschers wird des Ehebruchs bezichtigt und soll ihre Unschuld beweisen, indem sie den Fremden wieder zum Leben erweckt. Das Wunder geschieht, beide steigen zum Himmel empor.

Die vielschichtige Ausgestaltung der Gesangspartien sorgt dafür, dass die Charaktere niemals eindimensional wirken und der aus Vorarlberg stammende Bariton Martin Winkler (der unter anderem auch bei den Bregenzer Festspielen auftrat) wird diesem Anspruch als Herrscher bestens gerecht. Annemarie Kremer (Heliane) und Martina Mikelic (Botin) erfüllen die Gegensätzlichkeit in den Frauenrollen und Daniel Kirch (Fremder) gelingt es, das Ensemble gut zu komplettieren.

Weitere Aufführungen der Oper „Das Wunder der Heliane“ von Korngold am 2. und 5. Februar:
www.volksoper.at